Hanau

1500 Kulturtickets für Bedürftige

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Die Kulturloge Hanau verteilt kostenlose Eintrittskarten an Bedürftige.

Beate Funck spricht vom „nächsten Meilenstein“ und einer Bilanz, die sich „sehen lassen kann – und Stück für Stück ausgebaut werden soll“: Die im Februar 2017 gegründete Kulturloge Hanau hat nach eigenen Angaben bis zum 10. April dieses Jahres 1533 Eintrittskarten an Bedürftige verteilt für 308 unterschiedliche Veranstaltungen, zum Beispiel für Konzerte, Kino und Lesungen.

Sozialdemokratin und Stadtverordnetenvorsteherin Funck ist Vorsitzende der als Verein organisierten Loge. Bundesweit gibt es inzwischen mehr als 30 solcher Initiativen, die erste startete 2006 in Marburg. Das Ziel: Menschen mit geringem Einkommen den Zugang zu kulturellen Veranstaltungen ermöglichen. „Teilhabe an Kultur ist das Recht aller Bürgerinnen und Bürger, niemand sollte von Kulturangeboten ausgeschlossen werden – und vor allem die Größe des Geldbeutels darf diese Teilhabe nicht verhindern!“, sagt Hans-Otto Bienau, stellvertretender Vorsitzender der Hanauer Kulturloge.

Die Unterstützung solle „unbürokratisch, diskret und kostenlos“ sein: Bedürftige, die Interesse haben, finden in sozialen Einrichtungen wie der Stiftung Lichtblick oder der Caritas Flyer zum Anmelden. Sie können darauf auch ankreuzen, welche Kulturangebote sie nutzen möchten.

„Rundumpakete“ geplant 

Wenn Karten zu vergeben sind, rufen die Ehrenamtlichen der Loge die Interessierten an. Sagt ihnen die Veranstaltung zu, werden die Tickets auf ihren Namen an der Abendkasse hinterlegt. Den Angaben zufolge sind in der Datenbank des Vereins, dessen Büro im Haus am Steinheimer Tor ist, derzeit 446 Nutzer verzeichnet, 212 davon sind Kinder. Die Tickets werden von 33 Veranstaltern gestellt. Dazu gehören unter anderem der städtische Fachbereich Kultur, die Brüder-Grimm-Festspiele und die Firma „Shooter Promotions“. Zu den 49 Einrichtungen, bei denen Anmeldeformulare ausliegen, zählen die Aidshilfe, der Kinderschutzbund, das Frauenhaus und mehrere Nachbarschaftsinitiativen.

Dass Kulturlogen mittlerweile „einen festen Platz in der Gesellschaft einnehmen“, sei ermutigend, so Funck, und helfe, „ganz selbstverständlich viele Familien mit geringem Einkommen in das kulturelle und gesellschaftliche Leben einzubinden“. Allerdings sei es häufig mit den Karten noch nicht getan. Weil viele Bedürftige es sich nicht leisten könnten, zu den Veranstaltungen und zurück zu fahren, würden sie vor einem Konzert- oder Museumsbesuch zurückschrecken. Deshalb denke die Kulturloge darüber nach, künftig „Rundumpakete“ anzubieten, die das Problem lösen.

www.kulturloge-hanau.de

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