Kriminalität

Main-Kinzig-Kreis: Neunjährige Tochter schwer missbraucht

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Die Zentralstelle zur Bekämpfung der Internetkriminalität hat den Verdächtigen durch eine „Schulfahndung“ aufgespürt.

Die Zentralstelle zur Bekämpfung der Internetkriminalität (ZIT) hat einen 50-Jährigen aus dem Main-Kinzig-Kreis wegen mehrfachen schweren sexuellen Missbrauchs seiner Tochter angeklagt. Außerdem wird dem Mann vorgeworfen, kinderpornografische Aufnahmen gemacht, besessen und verbreitet zu haben. Das teilte Oberstaatsanwalt Georg Ungefuk auf FR-Anfrage mit. Für eine Hauptverhandlung wäre die Jugendschutzkammer des Landgerichts Hanau zuständig.

Der verdächtige Deutsche, dem eine längere Haftstrafe droht, soll die Taten 2018 begangen haben, das Kind war damals neun Jahre alt. Den Angaben zufolge stellte er die Bilder über eine US-amerikanische Chatplattform anderen zur Verfügung.

Der Mann befindet sich nach seiner Festnahme Ende Januar nach wie vor in Untersuchungshaft. Die Ermittler hatten ihn mit Hilfe der sogenannten Schulfahndung gefasst, einer vom Bundeskriminalamt koordinierten Methode, auf die die ZIT laut Ungefuk mehrmals im Jahr zurückgreift. Dabei wurden Grundschullehrern in Hessen nichtpornografische Bilder des Opfers gezeigt. Durch den Hinweis einer Lehrkraft konnten das Kind und später der mutmaßliche Täter eindeutig identifiziert werden. Anschließend wurde dessen Wohnung durchsucht, wobei die Polizisten „zahlreiche Beweismittel“, darunter Computer und Datenträger, sichergestellten.

Die ersten Ermittlungen, die nach Hinweisen eines unbekannten Verdächtigen aufgenommen wurden, drohten im Sande zu verlaufen. Weil es jedoch Anhaltspunkte für einen Tatort in Hessen gab, wurde die Öffentlichkeitsfahndung an den Schulen eingeleitet. Nach den Worten von Ungefuk zeigt der Fall, wie wichtig dieses Mittel ist, um Tatverdächtige ausfindig zu machen.

Die ZIT ist bei der Generalstaatsanwaltschaft Frankfurt angesiedelt. Sie ermittelt in Fällen von sexuellem Missbrauch, Kinderpornografie, Kriminalität auf Darknet-Plattformen, wo mit Waffen und Drogen gehandelt wird, und Cyberkriminalität, etwa bei Datendiebstahl oder Hackerangriffen. Die ZIT ist Teil des Judicial Cybercrime Network europäischer Justizbehörden.

Nach dem Umzug der ZIT von Gießen nach Frankfurt wurde die Zahl der Staatsanwälte dort von acht auf zwölf erhöht, hinzu kommen zwei Cyber-Analysten. Das ZIT ist immer wieder an spektakulären Ermittlungen beteiligt, sie trug zum Beispiel dazu bei, dass der größte Drogen-Onlineshop „Chemical Revolution“ abgeschaltet wurde und die Hintermänner der Kinderpornografie-Plattform „Elysium“ überführt und bestraft wurden.

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