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Wie hier in Eppstein stehen Strommasten oft nah an Häusern.

Main-Taunus

Mahnfeuer gegen Ultranet

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Gegner der Gleichstrom-Trasse fordern einen Mindestabstand von 400 Metern.

Ultranet - woll´n mer net“ ist der Slogan der Bürgerinitiative Hofheim Ultranet. Mit einem Mahnfeuer haben trotz Regen und dichtem Nebel rund 25 Gegner der geplanten Gleichstrom-Trasse am Samstag in Langenhain darauf hingewiesen, dass die gesundheitlichen Auswirkungen einer solche Stromleitung auf die Anwohner noch nicht erforscht sind. Die Bürgerinitiative setzt sich im Einklang mit den Kommunen Hofheim und Eppstein, dem Main-Taunus-Kreis und der Rhein-Main-Deponie für eine Verschwenkung der geplanten Trasse ein.

„Wir fordern, dass beim Ultranet-Vorhaben dieselben Vorschriften angewandt werden wie bei anderen Gleichstrom-Hochspannungsleitungen, nämlich ein Mindestabstand von 400 Metern zur Wohnbebauung oder eine Erdverkabelung.“, sagt die Vorsitzende der Bürgerinitiative aus Wildsachsen, Karin Lübbers.

Netzbetreiber Amprion will den Gleichstrom über die vorhandenen Stromleitungen transportieren. Dort fließt schon jetzt der übliche 380-Kilovolt-Wechselstrom, sie müssten nur mit größeren Isolatoren und Steuerungseinheiten nachgerüstet werden. Diese bestehende Trasse aber hat nach Angaben der Bürgerinitiative in einigen Abschnitten nur 20 bis 100 Meter Abstand zur Wohnbebauung. Um zu demonstrieren, wie sehr die bestehenden Strommasten für das Ultranet erhöht werden müssen, bauten die Mitglieder der Bürgerinitiative am Samstag auch einen Strommast aus Latten nach. „In diesem Jahr steht die Novellierung des Gesetzes zur Beschleunigung des Netzausbaus an.“, sagt Karin Lübbers. „Alle Bürgerinitiativen entlang der geplanten Strecke haben Briefe an die Mitglieder des Ausschusses für Wirtschaft und Energie im Deutschen Bundestag versandt.“

Die Bürgerinitiative rechnet damit, dass Netzbetreiber Amprion im Frühjahr das Planfeststellungsverfahren eröffnen wird. Mittels Ultranet soll der Strom von Nord- nach Süddeutschland fließen. Die Trasse von Osterrath nach Philippsburg führt auf 14 Kilometern durch den Main-Taunus-Kreis.

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