Kommentar

Made in Offenbach

Jeden zweiten Euro muss die alte Industriestadt Offenbach für Soziales ausgeben. Diese Not macht erfinderisch. Die Offenbacher sind besonders einfallsreich

Von JÖRG MUTHORST

Jeden zweiten Euro muss die alte Industriestadt Offenbach für Soziales ausgeben. Diese Not macht erfinderisch. Die Offenbacher sind besonders einfallsreich geworden, wenn es um Qualifizierung und Beschäftigungsförderung von benachteiligten Jugendlichen oder Langzeitarbeitslosen geht. Längst schauen Politiker anderer Kommunen nach der Stadt, um sich Anregungen für die lokale Arbeitsmarktförderung zu holen.

Jüngste Innovation made in Offenbach: Ältere arbeitslose Frauen werden schrittweise wieder in Lohn und Brot gebracht, indem sie jüngere Bezieherinnen von Sozialleistungen bei der Kinderbetreuung entlasten und diesen damit die Chance geben, erstmals oder wieder in den Beruf zu kommen und auch traditionell familienfeindliche Jobs in Handel, Gastronomie oder Gesundheitswesen anzunehmen. Das schont öffentliche Sozialkassen und hilft allein erziehenden Arbeitslosen, denen das Geld für individuelle Lösungen fehlt.

Der Modellversuch, mit Hilfe von Tagesmüttern, die das Angebot einer Kita ergänzen, den Betreuungsbedarf zu ungewöhnlichen Zeiten abzudecken, ist familienfreundlich und hat das Zeug, auch fernab von Sozialgesetzbüchern Schule zu machen. F20

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare