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Lukas Schauder tritt nicht mehr an

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Lukas Schauder - hier im Plenarsaal des Wiesbadener Landtags - will sich jetzt erstmal auf seine Ausbildung zum Juristen konzentrieren. dpa
Lukas Schauder - hier im Plenarsaal des Wiesbadener Landtags - will sich jetzt erstmal auf seine Ausbildung zum Juristen konzentrieren. dpa © dpa

Jüngster Landtagsabgeordneter gibt Jura-Studium den Vorrang

Main-Taunus - Es war 2018 eine kleine Sensation: Der damals gerade erst 21-jährige Student Lukas Schauder schaffte über die Landesliste von Bündnis 90/Die Grünen den Einzug in den Hessischen Landtag. Bis dahin hatte der Student nebenbei im Wahlkreisbüro der Grünen-Bundestagsabgeordneten Kordula Schulz-Asche gearbeitet und einige politische Erfahrung bei der Grünen Jugend, unter anderem als Co-Vorsitzender auf Kreisebene, gesammelt. Für die Bürgermeisterkandidaten Albrecht Kündiger und Harald Fischer organisierte er moderne Wahlkampfformate.

Als jüngster Abgeordneter durfte er dann seit 2018 im Wiesbadener Parlament mitarbeiten und vertrat die grünen Farben mit im Innenausschuss und im Rechtspolitischen Ausschuss. In seiner Fraktion ist er Sprecher für Extremismusprävention, Demokratieförderung und Justizvollzug. Schon zur Kommunalwahl 2021 hatte der junge Grüne aber aus der Kommunalpolitik einen Rückzieher gemacht und nicht erneut für ein Kreistagsmandat kandidiert. Nun will der Kelkheimer, der im Januar 26 Jahre alt wird, genau ein Jahr später sein Abgeordneten-Dasein im Hessischen Landtag beenden.

„Die Entscheidung ist schon länger gefallen“, so Schauder. Er wolle sein Jura-Studium abschließen und die Referendarzeit absolvieren. „Das lässt sich nicht nebenher machen, zumindest nicht wenn man das Mandat voll ausüben will.“ Und das, so Schauder, sei ein Abgeordneter seinen Wählern schuldig. Auch wenn sein Kopf sage, dass die Entscheidung richtig sei, „es tut momentan verdammt weh“, räumt er ein. Die Arbeit im Landtag, „das ist mein Traumjob“ - in dem er auch viel im Kampf gegen den Rechtsextremismus habe bewegen können. „Und ich bin noch nicht fertig“, weist er auf die noch lange laufende Legislatur hin. In die Landespolitik würde der Kelkheimer auch gern irgendwann zurück. Gerade jetzt zu gehen, wo die Aussichten der Grünen so gut seien, erstmals einen hessischen Ministerpräsidenten zu stellen, nennt Schauder besonders schwierig. Er verspricht aber, auf jeden Fall im Wahlkampf als Helfer zur Verfügung zu stehen.

Die Grünen wollen am Freitag, 9. Dezember, bei einer Wahlkreisversammlung in Niederhöchstadt ihre Direktkandidaten für die Wahlkreise 32 (Main-Taunus-Ost) und 33 (Main-Taunus-West) küren. Nachdem vor fünf Jahren mit Lukas Schauder und dem Hofheimer Oliver Christ zwei Männer ins Rennen geschickt wurden, könnte es nun auf zwei Frauen hinauslaufen. Ihre Bereitschaft zur Kandidatur erklärt haben sowohl die ehemalige Co-Vorsitzende Gianina Zimmermann (für den Wahlkreis 32), wie die aktuelle Co-Vorsitzende Bianca Strauß. Das ließ Strauß auf Nachfrage wissen.

Die in Wallau lebende Politikwissenschaftlerin und Journalistin Bianca Strauß (53) hatte Anfang 2019 für den Chefsessel im Hofheimer Rathaus kandidiert, es aber nicht in die Stichwahl geschafft. Jetzt führt sie die Grünen-Fraktion im Kreistag.

Gianina Zimmermann, Krankenschwester und Gesundheitsökonomin und Gleichstellungsbeauftragte im Klinikenverbund Varisano, ist schon lange auf Kreis- und Landesebene für die Grünen aktiv. Die Stadtverordnete ist seit 2011 Vorsitzende der Grünen in Kelkheim. babs

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