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2028 wird die U2 vom Frankfurter Südbahnhof über die Innenstadt bis zum Bahnhof in Bad Homburg verkehren.

Nahverkehr

Lückenschluss bei der U2

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Frankfurt und Bad Homburg einigen sich auf einen Ausbau der Linie U2 bis zum Bahnhof Bad Homburg.

Nach zähem Ringen haben sich die Städte Frankfurt und Bad Homburg auf eine Verlängerung der U-Bahn-Linie 2 vom jetzigen Endhaltepunkt Gonzenheim bis zum Bad Homburger Bahnhof geeinigt. Die kommunalen Kosten für den 1,6 Kilometer langen Ausbau soll Bad Homburg tragen, Frankfurt übernimmt den Betrieb für das Teilstück. Geplanter Baubeginn sei 2023, verkündeten die beiden Oberbürgermeister Alexander Hetjes (CDU) und Peter Feldmann (SPD) am Montag.

Feldmann sprach von einem „Schlüsselprojekt“. Vor allem für Bad Homburg hat das Projekt eine enorme strategische Bedeutung, wird dadurch doch auch der Bahnhof der Kreisstadt zum Knotenpunkt des Hochtaunuskreises aufgewertet. Zudem stellt es eine große Erleichterung für die Einpendler nach und von Frankfurt dar. „Dieser Lückenschluss wird gebraucht“, sagte Hetjes. Mit der geplanten Aufnahme des Betriebs im Jahr 2028 wird die U2 dann vom Frankfurter Südbahnhof über die Innenstadt bis zum Bahnhof in Bad Homburg verkehren und damit auch die S-Bahn-Linie 5 entlasten.

Diese Entlastung ist einer der vielen Gründe, warum das Projekt so lange stockte. Dabei gab es schon einmal eine durchgängige Schienenverbindung zwischen den Zentren der beiden Kommunen. Von 1910 bis in die 60er Jahre verkehrte die Straßenbahnlinie 25 vom Frankfurter Schauspiel bis ans Untertor der Bad Homburger Altstadt. Dann kappte die Kreisstadt die Verbindung zwecks Aufwertung ihrer Fußgängerzone. Mit der Inbetriebnahme der U-Bahn war eigentlich eine Verlängerung der bislang bestehenden Verbindung angedacht, die allerdings an verschiedenen Widerständen scheiterte. Der Frankfurter Verkehrsverbund, Vorläufer des heutigen Rhein-Main-Verkehrsverbunds, fürchtete eine Konkurrenz für seine S-Bahn, die Kommunen unkten, eine direkte U-Bahn-Verbindung würde die Konsumenten entlang der Strecke in der jeweils anderen Stadt einkaufen lassen.

Ein Bürgerentscheid im Jahr 2018 brachte die Wende. Mehr als 70 Prozent der Bad Homburger sprachen sich für eine Verlängerung der U2 aus. Damit habe die Stadt „einen klaren Auftrag für den Bau der Strecke erhalten“, sagte OB Hetjes.

Doch damit waren die Probleme noch nicht ausgeräumt. Der Frankfurter Verkehrsdezernent Klaus Oesterling (SPD), der am Montag von einem „historischen Tag“ sprach, ließ durchblicken, dass noch viele Sitzungen zwischen den Verantwortlichen beider Städte notwendig waren, um das Projekt zur Entscheidungsreife zu bringen. So seien bei einem interkommunalen Projekt auch das komplexe Europarecht und das Vergaberecht zu beachten.

Nachdem sich auch der hessische Verkehrsminister Tarek Al-Wazir (Grüne) für das Projekt starkmachte, darf sich Bad Homburg nun über eine rund 90-prozentige Finanzierung des Ausbaus aus Bundes- und Landesmitteln freuen und muss damit nur etwa zehn Prozent der taxierten Baukosten von etwa 56 Millionen Euro übernehmen.

Ein Großteil des Geldes wird dafür verwendet, die Station Gonzenheim unter die Erde zu verlagern. Zudem ist eine 350 Meter lange eingleisige Röhre unter der Frankfurter Landstraße geplant, bevor die Linie ab Erlenweg oberirdisch über Lange Meile und Hessenring verläuft. Die noch ausstehende Zustimmung der Gremien beider Städte gilt als Formsache. „Es steht alles auf Grün“, sagte Oesterling.

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