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Reisen

Lücken im System bei Risikogebieten

  • Oliver Teutsch
    vonOliver Teutsch
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Reiserückkehrer aus Risikogebieten werden nur spärlich kontrolliert. Gesundheitsamt Frankfurt überprüft nur stichprobenartig.

Die von der Bundesregierung erlassenen Verordnungen für Reiserückkehrer:innen können nicht überall umgesetzt werden. Seit 9. Januar gilt für Einreisende aus Risikogebieten „grundsätzlich die Pflicht, sich höchstens 48 Stunden vor oder unmittelbar nach Einreise in die Bundesrepublik Deutschland einer Testung auf eine Infektion mit dem Coronavirus SARS-CoV-2 zu unterziehen“, heißt es auf der Homepage des Bundesgesundheitsministeriums. Doch die Überprüfung dieser Vorgabe fällt schwer. Aus dem hessischen Sozialministerium heißt bei der Frage nach der Zuständigkeit: „Grundsätzlich liegt es in der Verantwortung des zuständigen Gesundheitsamts, in welchem Umfang von Reiserückkehrern Testzeugnisse konkret angefordert werden.“

Doch das Frankfurter Gesundheitsamt etwa ist weit davon entfernt, alle Frankfurter Reise-rückkehrer:innen aus Risikogebieten tatsächlich zu kontrollieren. Schon bei der Überprüfung der Quarantäne gebe es „Lücken im System“, räumte der Sachgebietsleiter Infektiologie, Udo Götsch, auf Anfrage der FR ein. Die Gesundheitsämter bekommen die Daten der Reiserückkehrer:innen elektronisch übermittelt. Diese Personen würden dann „stichprobenartig“ angerufen. Da dies aber meist auf dem Handy passiere, könne nicht mal sichergestellt werden, ob die Rückkehrer:innen sich überhaupt in häuslicher Quarantäne oder sonst wo befänden, so Götsch.

Ein bis zwei Prozent positiv

Das Gesundheitsamt ist auch befugt, sich Testergebnisse in Einzelfällen präsentieren zu lassen. Dies wird aber in der Praxis kaum passieren. Weder das Frankfurter Ordnungs- noch das Gesundheitsamt hat die Kapazitäten, die Vorgaben aus Berlin adäquat umzusetzen. Allerdings sieht Infektiologe Götsch hier auch nicht das große Problem. „Nur etwa ein bis zwei Prozent der Rückkehrer aus Risikogebieten sind positiv“, so Götsch. Dies sei im Sommer noch ganz anders gewesen, als die Rückkehrer:innen ein echtes Problem dargestellt hätten.

Keine Kompromisse allerdings werden bei Menschen gemacht, die aus Nordirland, England oder Südafrika zurückkehren. Dort grassiert eine als noch ansteckender geltende Mutation des Coronavirus. Am Frankfurter Flughafen gibt es daher eine „Vollkontrolle“ der Rückkehrer:innen, ob sie einen negativen Corona-Test vorweisen könnten, wie Reza Ahmari von der Bundespolizei bestätigt. Geplant sei, die Überprüfung auf alle Reise-rückkehrer aus Risikogebieten auszuweiten. Dafür sollen Ahmari zufolge die Transportunternehmen in die Pflicht genommen werden. Demnach dürfe dann am Abflugort ein Passagier erst an Bord eines Fliegers steigen, wenn die Fluggesellschaft ein negatives Testergebnis vorliegen habe. Diese gesetzliche Überprüfung durch das Transportunternehmen sei „in der Vorbereitung“, so Ahmari. Erst dann werden die örtlichen Behörden entlastet.

Ungeachtet dessen kündigte der private Anbieter Centogene an, seine Testkapazitäten am Flughafen und in den Innenstädten von Frankfurt und Wiesbaden deutlich auszubauen. Wegen der Testpflicht werde eine deutliche Zunahme der Nachfrage nach Ergebnissen erwartet, die innerhalb von 90 Minuten feststehen. Am Flughafen seien Test daher ab sofort täglich von 6 bis 22 Uhr möglich, teilte das Unternehmen mit.

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