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Am Morgen des 16. April 2018 war eine Radfahrerin bei einem Unfall in der Frankfurter Gutleutstraße lebensgefährlich verletzt worden. Der Fahrer des Lastwagens hatte sie beim Abbiegen übersehen.
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Am Morgen des 16. April 2018 war eine Radfahrerin bei einem Unfall in der Frankfurter Gutleutstraße lebensgefährlich verletzt worden. Der Fahrer des Lastwagens hatte sie beim Abbiegen übersehen.

Sicherheit

Lkw-Elektronik soll Unfälle verhindern

  • Pitt v. Bebenburg
    vonPitt v. Bebenburg
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Nach einem schweren Unfall an der Frankfurter Gutleutstraße fordert Hessen im Bundesrat den verpflichtenden Einbau von Assistenzsystemen. Fußgänger und Fahrradfahrer sollen so geschützt werden.

Menschen, die zu Fuß oder mit dem Fahrrad unterwegs sind, sollen vor Unfällen mit Lastwagen geschützt werden. Einen Tag nach dem schweren Lkw-Unfall an der Frankfurter Gutleutstraße, bei dem eine 34-jährige Fahrradfahrerin lebensgefährlich verletzt wurde, unterstützten Politik, Verkehrs- und Wirtschaftsverbände dieses Ziel. Die Frau lag laut der Frankfurter Polizei weiter in kritischem Zustand im Krankenhaus.

Hessens Verkehrsminister Tarek Al-Wazir (Grüne) forderte den Einbau von elektronischen Abbiegeassistenten in die Lkw. Der Minister erinnerte „aus gegebenem und traurigem Anlass“ daran, dass das Kabinett am Montag eine entsprechende Bundesrats-Initiative beschlossen habe. Sie werde mit Berlin, Brandenburg, Bremen und Thüringen auf den Weg gebracht. Danach soll sich Deutschland in der Europäischen Union (EU) dafür stark machen, dass die „sicherheitswirksamen technischen Einrichtungen“ bei 7,5-Tonnern und schwereren Lastwagen vorgeschrieben werden.

Akustische und optische Warnungen

Dabei geht es den Bundesländern nicht nur darum, dass der Lkw-Fahrer akustisch und optisch gewarnt wird, wenn er abbiegen will und neben ihm ein Fußgänger oder Radler auftaucht. Das verpflichtende Assistenzsystem müsse auch „bei Bedarf eine Notfallbremsung einleiten“. Bisher allerdings stehe das Güterkraftgewerbe „möglichen Investitionen in Abbiege-Assistenzsysteme eher verhalten gegenüber“, behaupten die Bundesländer in ihrer Begründung.

Diese Aussage stößt in der Branche auf Verwunderung. „Kein einziger Lkw-Hersteller bietet Abbiegeassistenten an, die im Gefahrenfall automatisch bremsen“, teilte der Bundesverband Güterkraftverkehr Logistik und Entsorgung (BGL) mit Sitz in Frankfurt der FR auf Anfrage mit. Anderslautende Berichte seien falsch.

Selbst einen Abbiegeassistenten, der den Fahrer warnt, aber nicht automatisch bremst, gibt es nach Angaben des Verbandes nur bei einem einzigen Hersteller. „Das sollte eigentlich Standard sein“, sagte der stellvertretende BGL-Hauptgeschäftsführer Adolf Zobel der FR. „Wir sind der Auffassung, das müsste obligatorisch werden.“ Entscheidend sei eine EU-weite Lösung, denn 40 Prozent der Lkws auf deutschen Straßen stammten aus anderen Ländern. „Es darf keine geteilte Sicherheit geben“, betonte Zobel.

Auch der Verkehrsclub VCD befürwortet elektronische Assistenzsysteme. Heiko Nickel von der VCD-Regionalgruppe Rhein-Main fügte aber hinzu, auch die Städte könnten aktiv werden. So könnten Ampelschaltungen verändert werden, damit Fahrradfahrer vor den Autos losfahren dürften und damit automatisch in den Blick der Fahrer kämen.

Zudem könne es hilfreich sein, wenn eine eigene Spur für geradeaus fahrende Radler geschaffen werde. Dann stünde der rechts abbiegende Lkw bereits vor der Ampel rechts vom Radfahrer, erläuterte Nickel.

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