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Lieder gegen Krieg und Gewalt

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Von: Meike Kolodziejczyk

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Sängerin Gabriele Kentrup.
Sängerin Gabriele Kentrup. © Gabriele Kentrup

Die Frankfurter Sängerin Gabriele Kentrup hat ihr neues Programm „Die Waffen nieder!“ wegen des Angriffs auf die Ukraine aktualisiert und tritt auf in Mörfelden-Walldorf und Frankfurt

Den Flyer ziert ein buntes Peace-Zeichen, schwarzweiß im Hintergrund liegt das im Zweiten Weltkrieg zerbombte Warschau. Mit dieser Collage bewirbt Gabriele Kentrup ihr neues Programm, in dem sie Lieder und Szenen gegen Krieg und Gewalt präsentiert. Der Titel „Die Waffen nieder!“ ist eine Reminiszenz an die Friedensnobelpreisträgerin Bertha von Suttner und ihr gleichnamiges Buch. Dass ihre Konzerte derart traurige Aktualität erlangen würden, habe sie sich vor zweieinhalb Wochen zur Premiere im Frankfurter Gallus-Theater nicht vorstellen können, sagt Gabriele Kentrup.

Bereits während des ersten Lockdowns 2020 habe sie begonnen, ein Konzept zu entwickeln. „Es hat etwas länger gedauert als sonst, es gab ja kaum eine Perspektive, und Corona hat uns gezwungen, neue Wege zu gehen“, sagt die in Frankfurt lebende Sängerin, die hauptberuflich als Übersetzerin arbeitet. Das Thema Krieg beschäftigt sie seit langem. „Schon in den 80er Jahren habe ich mich in der Friedensbewegung engagiert.“ Jugoslawien, Kosovo, Afghanistan, Irak zählt sie auf: „Es ist ja ständig irgendwo Krieg gewesen.“ Wobei es Gabriele Kentrup nicht nur um „Krieg im eigentlichen Sinne“ geht, sondern ebenso „um strukturelle Gewalt, um Profitstreben, Naturzerstörung, Fake News, Hetze“. Allgemein diagnostiziert sie eine „zunehmende Aggressivität und Brutalität“, auch und vor allem verbal. „Krieg wird ja mit Worten vorbereitet.“

Und dem möchte sie Worte entgegensetzen: Lieder und Texte von Bertolt Brecht, Georg Kreisler, Erich Kästner, den Ärzten und anderen gehören zum Programm, das sie nach dem Angriff auf die Ukraine aktualisiert hat, „zum Beispiel die Moderation zwischen den Stücken sowie einzelne Szenen“. Außerdem habe sie ein ukrainisches Volkslied ins Repertoire aufgenommen. Das jedoch werde sie beim nächsten Auftritt mit Pianist und Korrepetitor Andreas Sommer am Samstag nicht singen, sondern erst mal nur einspielen. Und sie möchte einen Spendenaufruf starten.

„Die Waffen nieder!“ am Samstag, 12. März, 20 Uhr, im Kulturbahnhof Mörfelden-Walldorf, Bahnhofstraße 38, sowie am Samstag, 9. April, 20 Uhr, im Gallus-Theater Frankfurt, Kleyerstraße 15.

„Die Waffen nieder!“: Zeichen setzen gegen den Krieg.
„Die Waffen nieder!“: Zeichen setzen gegen den Krieg. © Gabriele Kentrup

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