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Letzte Brennstäbe verlassen Reaktorblock in Biblis

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In den Reaktorgebäuden des stillgelegten Kernkraftwerks gibt es keine Brennelemente mehr.

Aus den Reaktorgebäuden in Biblis sind sämtliche Brennelemente verschwunden, sagte Hessens Umweltministerin Priska Hinz (Grüne) am Montag in Wiesbaden. „Ein weiterer Meilenstein beim Rückbau des Kraftwerks Biblis ist damit erreicht.“ Biblis sei das bundesweit zweite kernbrennstoffreie Kraftwerk nach Unterweser.

99,7 Prozent der Radioaktivität aus Betriebszeiten beider Blöcke seien entfernt. Die Brennstäbe lagerten nun im Standortzwischenlager – unter höchsten Sicherheitsvorkehrungen. Das Konzept der Bundesrepublik Deutschland sieht vor, die bestrahlten Brennelemente an den Standorten der Kernkraftwerke zwischenzulagern, bis sie an ein Endlager abgegeben werden, das noch nicht existiert.

Hessens einziges Kernkraftwerk war nach der Nuklearkatastrophe im japanischen Fukushima im März 2011 vom Netz genommen worden. In den Lagerbecken der beiden Blöcke befanden sich zu diesem Zeitpunkt 946 Brennelemente. Im November 2015 begann die Firma RWE Nuclear mit der Kernbrennstoffentsorgung in Block A; die Elemente wurden in Spezialbehälter für radioaktive Stoffe verladen. Ein Jahr lang dauerte es, bis insgesamt 23 dieser Castor-Behälter beladen und abgefertigt waren. Anschließend war Block B an der Reihe – mit 509 Brennelementen in insgesamt 27 Castor-Behältern. Im September vorigen Jahres waren beide Blöcke frei von Kernbrennelementen. In Block B verblieben allerdings noch 276 sogenannte Sonderbrennstäbe, die im laufenden Betrieb der Anlage aus ihrem Brennelementverbund herausgelöst worden waren. Diese wurden in den vergangenen Monaten in Köcher verpackt und in einem weiteren Castor-Behälter entsorgt.

Die Entsorgung mit insgesamt 51 Castor-Behältern sei die bisher längste Verladung von Kernbrennstoff in der Geschichte der Bundesrepublik, sagte Hinz. Sie sei reibungslos abgelaufen, der Rückbau liege im Zeitplan. „Dies zeigt, wie gut und sorgfältig alle Beteiligten gearbeitet haben.“ Das Ziel, der Ausstieg aus der Kernenergieerzeugung, sei erreicht. „Die Ära der Atomenergie ist auf dem Papier beendet worden.“

Die hessischen Grünen sprachen von einem „großen politischen Erfolg der Anti-Atomkraft-Bewegung“. Als Teil dieser hätten die Grünen immer politisch dafür gekämpft, dass Biblis abgeschaltet werde, sagte die klimapolitische Sprecherin der Landtagsfraktion, Martina Feldmayer. Sie wies allerdings auch auf ein Problem hin: „Die Frage der Endlagerung ist immer noch ungelöst.“

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