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Leeres Klassenzimmer während des Lockdowns.

Kommentar

Lernen ist so kaum möglich

  • Peter Hanack
    vonPeter Hanack
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Das hessische Beschulungskonzept bis Ende Januar ist ein Alibi-Angebot. Der Kommentar.

Am Freitag, 29. Januar, endet in Hessen nach der dritten Stunde das erste Schulhalbjahr. Das wird wohl kaum jemand mitbekommen, denn aller Voraussicht nach ist zu diesem Termin ja kaum jemand in der Schule. Die Halbjahreszeugnisse kommen dann wohl mit der Post.

Das, was Kultusminister Alexander Lorz (CDU) am Mittwoch als Beschulungskonzept für die drei Wochen nach Ende der Weihnachtsferien – also für die Zeit von 11. bis 29. Januar – angekündigt hat, ist im Wesentlichen ein Alibiangebot.

Pro forma sind die Schulen für die Klassen 1 bis 6 geöffnet, bloß hinkommen soll lieber niemand. Ab Klasse 7 soll es drei Wochen lang Distanzunterricht geben, also Schule ohne unmittelbaren Kontakt zwischen Lehrendem und Lernenden. Mathe mal wieder zu Hause am Küchentisch. Wie soll daraus ein strukturierter Unterricht werden?

Grundschullehrkräfte müssen sich darauf einstellen, dass vielleicht zwei, vielleicht aber auch zwölf oder zwanzig Kinder im Klassenraum sitzen – und entsprechend mehr oder weniger zu Hause bleiben. Schwer vorstellbar, wie diese beiden Gruppen gleichzeitig unterrichtet werden sollen. Wenn es dabei tatsächlich, wie vom Kultusminister angekündigt, keine Lernunterschiede geben soll, kann das wohl nur bedeuten, dass alle so gut wie nichts lernen.

Die Älteren ab Klasse 7 bleiben ganz daheim. Doch Distanzunterricht hat auch dort bislang nur punktuell funktioniert. Große Teile der Schülerschaft werden außen vor bleiben, drohen, noch weiter abgehängt zu werden.

Wenn man aus Gründen des Infektionsschutzes nicht alle zugleich in die Schulen beordern will, wäre das Wechselmodell aus Präsenz- und Distanzlernen mit geteilten Klassen das Mittel der Wahl. So wird es wahrscheinlich vom 1. Februar an kommen, dem Start des nächsten Schulhalbjahrs. Nicht dass das gut zu funktionieren verspricht. Aber von Normalität ist (nicht nur) Schule in diesem Winter weit entfernt.

Gut und vernünftig ist, wenigstens die Abschlussklassen umfassend zu beschulen. Selbst wenn dazu die Schüler:innen auf mehrere Räume verteilt werden müssen. Platz genug ist ja in den Schulen.

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