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Nach nur zwei Jahren wird das neue Ernst-Leitz-Museum in Wetzlar neu konzipiert.
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Nach nur zwei Jahren wird das neue Ernst-Leitz-Museum in Wetzlar neu konzipiert.

Leica-Museum Wetzlar

Leica-Museum Wetzlar baut um

  • Andreas Hartmann
    VonAndreas Hartmann
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Das Leica-Museum in Wetzlar zieht Technik- und Fotobegeisterte aus aller Welt an. Nun stellt die Leitung ein neues Konzept auf die Beine.

Fotografie ist ein Wunder: Da malt das Licht Dinge und macht aus einem flüchtigen Moment vielleicht eine Ewigkeit. Meisterwerke wie die Reisefotografien des US-Fotografen Steve McCurry, den sein ikonisches Bild von dem afghanischen Mädchen mit den grünen Augen berühmt gemacht hat, bleiben im Gedächtnis.

Aktuell hängt eine von ihm selbst getroffene Auswahl aus 40 Jahren unter dem Titel „The Eyes of Humanity“ im Wetzlarer Ernst-Leitz-Museum, das darauf wartet, diese nach Ende des strengen Lockdowns endlich zeigen zu dürfen. Man werde so bald wie möglich öffnen, verspricht Kuratorin und kommissarische Museumsleiterin Karin Rehn-Kaufmann. „Die Bilder sind sensationell“, schwärmt sie.

Im Erdgeschoss sollen den Sommer über McCurrys berühmte Bilder die Besucher:innen anlocken, während in den Räumen darüber seit kurzem eine Neukonzeption des erst vor zwei Jahren eröffneten Museums, eines der wenigen Spezialmuseen für Fotografie, begonnen hat. Im mittelhessischen Wetzlar wurde nämlich ein Stück internationale Fotogeschichte geschrieben. Bis heute zieht das Foto- und Technikbegeisterte aus der ganzen Welt an.

Ab 1924 wurde hier die erste Kleinbildkamera produziert, die legendäre Leica. Mit der Erfindung des Feinmechanikers Oskar Barnack, die die umständlichen Plattenkameras alt aussehen ließ, wurde Fotografieren viel einfacher, billiger, schneller und demokratischer - und das Bildermachen zu einer der wichtigsten Kunstformen der Moderne.

Bis voraussichtlich Anfang September wird ein Teil des Museums nach einem Konzept des Berliner Studios KLV neu gestaltet, die Ausstellung soll interaktiver werden und noch mehr Besucherinnen und Besucher jeden Alters in den Leitz-Park locken. „Wir wollen ein Museum auf international hohem Niveau schaffen, bei dem die fotografische Kunst und das Bild ebenso im Mittelpunkt stehen wie das Fotografie-Erlebnis“, sagt Rehn-Kaufmann. Rund 1000 Quadratmeter Ausstellungsfläche stehen dafür zur Verfügung.

Rehn-Kaufmann setzt im Museum auch weiterhin auf große Namen und interessante Sonderausstellungen, daneben aber auch auf „interaktive Erlebnisbereiche“. Das soll nicht nur Technikinteressierte begeistern, sondern es soll auch genau erklärt werden, wie das Licht physikalisch Bilder schafft, wie optische Phänomene zu erklären sind.

Ein weiterer zentraler Museumsbereich stellt die Firmensammlung des Traditionsunternehmens vor, das schon seit der Mitte des 19. Jahrhunderts hier in Wetzlar optische Geräte, Ferngläser und Filmkameras produzierte. Es ist ein Stück deutsche Wirtschafts- und Technikgeschichte.

Anschaulich soll schließlich gezeigt werden, wie Fotografie eigentlich funktioniert, und natürlich kann da auch vieles selbst ausprobiert werden. „Gerade in Corona-Zeiten haben sich viele Menschen wieder intensiver mit Fotografie beschäftigt und auch vieles neu entdeckt“, sagt Pressesprecherin Sandra Cooke. „Handy-Kameras sind da für viele ein Einstieg. Das weckt die Lust auf mehr, nach einer richtigen Kamera.“ Offenbar fasziniert da sogar eine längst totgesagte klassische Technik mit Film und Dunkelkammer. „Auch das verkauft sich aktuell gut“, sagt Cooke.

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