Bildung

„Lehrer dringend entlasten“

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Ein breites Bündnis richtet eine lange Liste von Forderungen und Vorschlägen an die Parteien. Dazu gehört auch, Ausländer unterrichten zu lassen.

Es ist, allen Umfragen zufolge, das wichtigste Thema der Landtagswahl: die Bildung. Und bietet gehörig Anlass zum Streiten. Lehrermangel, die schwierige Inklusion, teils marode Gebäude - für die Wahlkämpfer ein ertragreiches, aber auch schwieriges Feld.

Nun hat ein breites Bündnis aus Initiativen und Organisationen einen umfangreichen Forderungskatalog aufgestellt. Es gehe darum, Lösungen zu finden, damit die Zustände nicht vollends inakzeptabel würden, sagt Alexandra Cremer vom Vorstand des Netzwerks Inklusion Deutschland. So genüge es beispielsweise nicht, zu appellieren, dass mehr Lehrkräfte ausgebildet werden. Diese müssten dringend schon heute entlastet werden, fordert das Bündnis, dem neben dem Netzwerk Inklusion der Elternbund Hessen, der Stadtelternbeirat Frankfurt, der Stadtschülerinnenrat sowie Lehrer und Lehrerinnen angehören.

So erledigten Lehrkräfte immer mehr administrative und technische Aufgaben ohne jeden Ausgleich. Statt dessen, so fordert das Bündnis, müssten beispielsweise IT-Fachkräfte eingestellt werden, die sich um Webseiten kümmern könnten, die Versorgung mit Internet und WLAN sicherstellen und die entsprechenden Geräte in den Schulen auch warten könnten. Kleinere Schulen könnten sich solche Kräfte auch teilen.

Schulleitungen könnten entlastet werden, indem kaufmännische Geschäftsführungen - auch schulübergreifend - eingeführt würden. Die Autoren des Forderungskatalogs verweisen darauf, dass dies an Privatschulen bereits umgesetzt sei. Auch weitere Aufgaben wie Buchhaltung oder die Erstellung von Vertretungsplänen könnten so delegiert werden. Zudem fordern die Bündnispartner, dass die Schulsozialarbeit ausgebaut wird und Schulgesundheitsfachkräfte überall an den Schulen zum Standard werden. Zurzeit wird der Einsatz von Schulkrankenschwestern noch modellhaft erprobt.

Um dem Lehrermangel abzuhelfen, müssten die Studienplätze noch weiter ausgebaut und mehr Stellen für Referendare geschaffen werden. Auch sollten Lehrkräfte aus dem europäischen Ausland die Möglichkeit erhalten, an Hessens Schulen Fremdsprachen zu unterrichten.

Diese und noch viel mehr Forderungen und Verbesserungsvorschläge hat das Bündnis jetzt an die bildungspolitischen Sprecher der Parteien verschickt. Die Probleme, so heißt es dort, dürften nicht länger ignoriert werden.

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