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Hoffen auf stabile Konsumstimmung

Lederwarenmesse gut besucht

  • Martin Brust
    VonMartin Brust
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219 Aussteller zeigen auf der Lederwarenmesse die Trends bei Taschen, Koffern und Kleinlederwaren für den kommenden Sommer. Die aktuellen wirtschaftlichen Branchendaten passen nur teilweise zum Besucheransturm. Von Martin Brust

Fast 6100 Fachbesucher strömten in diesem zur Lederwarenmesse nach Offenbach. Von Samstag bis Dienstag wurden dort die Trends bei Taschen, Koffern und Kleinlederwaren für den kommenden Sommer gezeigt. Weil die Besucherzahl auf dem hohen Niveau der Vorjahre lag, glaubt die Messegesellschaft, dass der Lederwarenhandel trotz der aktuellen Krise auf ein stabiles Konsumklima setzt.

Seitens der Aussteller war die Messe nicht viel schlechter besucht als 2008: Ihre Zahl verringerte sich von 223 auf 219. Verschiebungen gab es bei der Herkunft - nur noch 138 deutsche Firmen stellten aus, ein Rückgang von über sechs Prozent. Das wurde durch ein Plus bei den ausländischen Ausstellern fast wieder ausgeglichen. Statt 76 zeigten 81 Hersteller ihre Waren.

Die aktuellen wirtschaftlichen Branchendaten passen nur teilweise zum Besucheransturm. Während der Bundesverband des deutschen Lederwaren-Einzelhandels (BLE) mit einem geschätzten Umsatzminus von zwei bis drei Prozent im ersten Halbjahr 2009 die Lage der Branche "besser als befürchtet" sieht, ist die Lederindustrie voll von der Krise getroffen. Wie der Bundesverband Lederwaren und Kunststofferzeugnisse (BVLK) mitteilt, sank der Umsatz der deutschen Lederwaren- und Kofferhersteller im ersten Halbjahr um 17,5 Prozent. Mit einem Minus von mehr als 30 Prozent war der Einbruch im Ausland besonders stark. Im Inland sank der Umsatz um gut elf Prozent.

Die Branche beschäftigt in Deutschland etwa 4000 Menschen in rund 250 kleinen und mittleren Betrieben und hat noch 24 Unternehmen mit mehr als 50 Mitarbeitern. Der BVLK gibt derzeit auch keine konkrete Prognose ab - die Entwicklung im laufenden Halbjahr werde davon abhängen, ob der Arbeitsmarkt und damit das Verbrauchervertrauen stabil bleibe. In wichtigen Auslandsmärkten zeichne sich eine Erholung der Konsumentennachfrage ab, weshalb der BVLK von einer "Aufwärtsentwicklung mit langsamen Schritten" ausgeht.

Das Ausmaß der Krise zeigt ein Blick in die detaillierten BVLK-Branchendaten: Im ersten Halbjahr 2009 sank die Zahl der Beschäftigten um 3,8 Prozent und die der geleisteten Arbeitsstunden um sechs Prozent.

Während die deutschen Hersteller leiden, ist der Fachhandel gedämpft optimistisch. Die BLE-Schätzung für das erste Halbjahr wird vom statistischen Bundesamt gestützt, das auf Basis vorläufiger Zahlen ebenfalls ein Umsatzminus von zwei Prozent ermittelt hat. Nach Steigerungsraten von bis zu fünf Prozent in den vergangenen Jahren sei das leichte Minus in der Krise als "Erfolg" zu werten, so der BLE. Bei den über 1800 selbstständigen Fachgeschäften gebe es aber große Unterschiede: Ältere Geschäfte an wenig frequentierten Standorten hätten teils starke Einbußen hinnehmen müssen. Geschäfte mit einem starken Profil wiederum seien überdurchschnittlich erfolgreich gewesen. Den Blick in die nahe Zukunft wollte auch der BLE nicht mit konkreten Prognosen unterfüttern. Die Konsumstimmung sei entscheidend, denn 2008 habe die Branche rund ein Drittel des Jahresumsatzes im letzten Quartal gemacht, alleine knapp 15 Prozent im Dezember.

Laut BLE beträgt das Marktvolumen in Deutschland 2,1 Milliarden Euro, von denen 2007 fast 1,2 Milliarden in Fachgeschäften ausgegeben wurden.

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