Bitte deaktivieren Sie Ihren Ad-Blocker

Für die Finanzierung unseres journalistischen Angebots sind wir auf die Anzeigen unserer Werbepartner angewiesen.

Klicken Sie oben rechts in Ihren Browser auf den Button Ihres Ad-Blockers und deaktivieren Sie die Werbeblockierung für FR.de. Danach lesen Sie FR.de gratis mit Werbung.

Lesen Sie wie gewohnt mit aktiviertem Ad-Blocker auf FR.de
  • Zum Start nur 0,99€ monatlich
  • Zugang zu allen Berichten und Artikeln
  • Ihr Beitrag für unabhängigen Journalismus
  • Jederzeit kündbar

Sie haben das Produkt bereits gekauft und sehen dieses Banner trotzdem? Bitte aktualisieren Sie die Seite oder loggen sich aus und wieder ein.

Fernseh-Koch Nelson Müller serviert in Frankfurt ein Vier-Gang-Menü.
+
Fernseh-Koch Nelson Müller serviert in Frankfurt ein Vier-Gang-Menü.

Dinner-Show

Das Lebensgefühl einer Legende

Ende Oktober soll in Frankfurt der legendäre New Yorker Cotton Club wieder auferstehen. Mit Tänzern, Musikern, Akrobaten - und dem Koch Nelson Müller als Gastgeber.

Von Nicole Schmidt

Die Plakate von ihm mit rot-weiß-karierter Schürze vor der Aufschrift Cotton Club hängen schon seit Wochen an den Litfaßsäulen von Frankfurt. Nelson Müller ist ja auch ein perfekter Promi-Koch. Gutaussehend, freundlich, locker-flockig, trotzdem konzentriert bei der Sache – und überhaupt nicht abgehoben, ein echter Entertainer eben. Er testete fürs ZDF Fertiggerichte, kommt bestens an in Sendungen wie „Die Küchenschlacht“ oder „Lanz kocht“ - zumal über seinem Essener Restaurant „Schote“ auch noch ein Michelin-Stern leuchtet.

Solch Popularität hat dem 35-Jährigen nicht nur eine eigene Versöhn-Kochshow eingebracht, bei der er im Fernsehen Zerstrittene zusammenbringen will: Wenn ab 31. Oktober in Frankfurts Hanauer Landstraße der legendäre New Yorker Cotton Club als Dinner-Show wiederauferstehen soll, wird Müller der kulinarische Gastgeber sein.

Vier-Gang-Menü von 15 Köchen

„Eine total sinnige, wunderbare Mischung“, sagt der gebürtige Ghanaer, der mit vier Jahren nach Deutschland kam und dort bei Pflegeeltern aufwuchs: „Musik und gutes Essen sind meine großen Lieben“, sagt er – und das ist keine Floskel. Seit er 17 ist, erzählt er, mache er Musik, spielt und singt neben seinem Engagement als Koch in Bands mit, schreibt eigene Songs. Am Anfang Hip-Hop, „inzwischen bin ich bei Soul angelangt“.

Und deshalb passe die Idee des Cotton Clubs perfekt dazu. Das Original war jenes Tanz- und Musiklokal, das in den 1920er und 30er Jahren New York und die Welt begeisterte und für Weltstars wie Louis Armstrong oder Duke Ellington das Sprungbrett bedeutete. Alle Künstler, die dort auftraten, waren schwarz, die Gäste weiß. „Für mich waren natürlich solche Größen als Kind Idole“, sagt Müller. Von dieser Zeit im Amerika der „Swingin‘ Thirties“ und der Prohibition ließen er und sein Team aus 15 Köchen sich inspirieren und kreierten für die Frankfurter Showbesucher ein Vier-Gang-Menü, das Müller „Soulfood“ nennt.

100 Vorstellungen vor 40 000 Gästen

Als Vorspeise wird Fjordforelle „Mainhattan Style“ serviert, der Zwischengang „Chicken Tea“ ist eine Essenz mit Maultäschchen und grünem Spargel, zum Hauptgang gibt es den Angus Burger „Inside out“ und zum Abschluss ein Dessert mit Schokolade aus dem Kongo, durch deren Verkauf den letzten Berggorillas geholfen werden soll. Auch an eine Veggie-Variante ist gedacht.

Vier Monate lang, im Laufe von 100 Vorstellungen, sollen insgesamt 40 000 Gäste bekocht werden - so wünscht es sich Veranstalter Matthias Hoffmann, der Nelson Müller für seinen Cotton Club holte. „Es ist an der Zeit, dass es in Frankfurt wieder eine Dinner-Show gibt“, sagt der Event-Manager, für den Eckart Witzigmann im „Palazzo“-Theater brutzelte, der „Die drei Tenöre“ erfand und die Zirkusshow „Africa, Africa“ produzierte. Jetzt also will er die 20er und 30er Jahre wieder heraufbeschwören. „Let the good times roll. Retro, das ist in“, sagt er. Und deshalb eröffnet er eine Woche später auch in München einen Cotton Club.

Ausschließlich schwarze Künstler

Rund 40 ausschließlich schwarze Tänzer, Musiker, Akrobaten und Artisten werden zwischen den Gängen die Gäste unterhalten. Das klingt so, wie eine klassische Dinner-Show eben ist. Aber nein, meint der Impresario, es gebe Unterschiede. „Es sind vor allem die Künstler. Alle sind noch unverbraucht, keiner hat bisher auf einer Bühne gestanden, wo drumherum Gourmet-Essen gereicht wurde.“

Da trete zum Beispiel ML Jordan, „ein perfektes Double von Louis Armstrong“ auf. Oder die „Original Cotton Club Dancer aus New York“. Oder Leah Jones, „die schon mit Stevie Wonder auf der Bühne stand“, Schlangenfrauen, Stepptänzer, und Basketballer, „bei denen fünf Leute durch die Luft fliegen und Saltos schlagen und am Schluss geht der Ball ins Netz.“ Beim Casting habe er das Glück gehabt, über seine Afrika-Show mit vielen Künstlern in Kontakt zu stehen. „Jeden Tag kommen bei uns Bewerbungen rein - da war es nicht schwer, die richtigen auszusuchen.“

Die Hüllen der zwei „Zeltpaläste“, wie Hoffmann sie nennt, stehen schon. „Im Zentrum wird eine große Bühne sein, die weit ins Publikum reicht. Das Besondere ist, dass alle Künstler gleichzeitig Platz haben.“ Mit Stoffen, Kronleuchtern und Kellnern im 30er-Jahre-Look wolle man zusätzlich für Atmosphäre sorgen. Und Nelson Müller? Wird er überhaupt vorbeikommen, wo er so beschäftigt ist? „Ganz bestimmt, so oft ich kann“, sagt er. Und, ja, er werde vielleicht sogar mal ans Mikro gehen.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare