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Ein "lauter Spritfresser"

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Es ist das Prestigeobjekt aus dem Hause Airbus - aber die Umweltschützer gehen angesichts des enorm hohen Kerosinverbrauchs auf die Barrikaden.
Es ist das Prestigeobjekt aus dem Hause Airbus - aber die Umweltschützer gehen angesichts des enorm hohen Kerosinverbrauchs auf die Barrikaden. © ddp

Der Airbus A380 fliegt seit Freitag im Linienbetrieb - doch die Umweltschützer vom BUND haben keine Freude daran. Von Jürgen Schultheis

Von Jürgen Schultheis

Seit vergangenen Freitag, 11. Juni, fliegt der Airbus A380 vom Frankfurter Flughafen aus im Linienbetrieb dreimal die Woche nach Tokio. Mit 520 Fluggästen war die größte Passagiermaschine der Welt um 14.32 Uhr gestartet. Und wenn Anfang August der zweite Großraumjet an die Lufthansa ausgeliefert wird, bietet die Airline tägliche Flüge in die japanische Hauptstadt an.

Die Rückflüge sind jeweils für Montag, Mittwoch und Samstag terminiert, die Hinflüge auf Dienstag, Freitag und Sonntag. Nach Angaben der Lufthansa soll Ende August die dritte Maschine dieses Typs die Flotte verstärken. Dann fliegt die Airline dreimal in der Woche von Frankfurt nach Peking, von Oktober an, wenn der vierte Airbus A380 in Betrieb geht, dreimal die Woche nach Johannesburg in Südafrika.

1700 Liter Kerosin auf 100 Kilometer

Für den BUND sind das allerdings keine guten Nachrichten. Der A380 ist ein "lauter Spritfresser", sagt Brigitte Martin, Vorstandsmitglied des hessischen BUND. Mit einem Verbrauch von 1700 Liter Kerosin auf 100 Kilometer "ist der A380 ein Spritfresser". Die Umrechnung des Verbrauchs auf den einzelnen Sitzplatz sei für den BUND ein typischer Fall von "greenwashing" eines "trotz allen technischen Fortschritts letztlich umweltschädlichen Flugzeuges". Solange die Luftfahrt auf Wachstumskurs sei, würden sich die Klimaprobleme durch die Luftfahrt verschärfen, sagt Martin.

Zudem sei der A380 ein lauter Flieger, der "im Flughafenumfeld zu Einzelschallereignissen von weit über 65 dB" führe, die die Menschen nachts aus dem Schlaf und tags in ihrem Lebensumfeld belasten würden. Die angeblich geringeren Lärmemissionen im Vergleich zur Boeing B747-400 seien für die Betroffenen nur ein schwacher Trost. Die Lufthansa wirbt damit, mit der A380 erstmals die Marke von drei Liter Kerosin pro Passagier auf 100 Kilometer anzupeilen. Zudem verursache das Flugzeug deutlich weniger Lärm als andere Maschinen.

Die Umweltschutzorganisation Robin Wood hatte sich wie der BUND gegen die Behauptung gewendet, das Flugzeug verbrauche rund drei Liter Kerosin. Der tatsächliche Verbrauch liege pro Passagier und 100 km in Europa nach Angaben des wissenschaftlichen Beirates der Bundesregierung zwischen drei und 10,5 Litern. Der Durchschnitt liege bei vier Litern. Das aber hänge von der Auslastung des Flugzeuges ab. Während Lufthansa von einem vollbesetzten Flugzeug ausgehe, seien die Maschinen im Schnitt aber nur zu 75 Prozent ausgelastet - was den Verbrauch pro Passagier erhöhe. "Die Drei-Liter-Legende hält einer Prüfung nicht annähernd stand", hatte Robin Wood bemängelt.

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