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Langersehnte 3,4 Kilometer Radweg eröffnet

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Von: Annette Schlegl

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Schon vor 25 Jahren hatten Bürger vehement einen Weg zwischen Götzenhain und Neu-Isenburg gefordert.

Die unbefestigten Bankette an der Landesstraße 3317 zwischen Neu-Isenburg und Dreieich-Götzenhain sprechen eine deutliche Sprache: Tiefe Reifenspuren zeugen von der Enge dieses Streckenabschnitts. Autos und Lastwagen mussten sich die Fahrbahn bisher mit den Radfahrern teilen; der Weg zum Hofgut Neuhof war damit für die Radler oft lebensgefährlich. Seit dem gestrigen Montag ist alles anders: Verkehrsminister Tarek Al-Wazir (Grüne) eröffnete den kombinierten Geh- und Radweg, den Bürger schon vor 25 Jahren vehement gefordert hatten.

Der Weg zum Radweg war lang und steinig: Der ADFC Dreieich hatte in den vergangenen Jahren stets Druck gemacht, große Fahrraddemos für den Bau organisiert und einen Countdown-Zähler bis zum – dann doch wieder verschobenen – Baubeginn auf seiner Homepage eingerichtet. Eine Delegation aus Dreieichern und Neu-Isenburgern hatte eine Petition mit 1151 Unterschriften in Wiesbaden überreicht. „Dem Radweg wurde von allen Seiten höchste Priorität eingeräumt, aber es fehlte, wie so oft, am Geld“, sagte Neu-Isenburgs Bürgermeister Herbert Hunkel (parteilos) bei der gestrigen Verkehrsfreigabe.

Mitte September 2016 erfolgte zwar der „Spatenstich“, doch musste erst noch eine Gas-Trasse verlegt werden, und dann ließen die niedrigen Temperaturen keine Asphaltarbeiten mehr zu.

„Aber was lange währt, wird endlich gut“, sagte Al-Wazir, bevor er mit Schülern der Weibelfeldschule Dreieich und der Brüder-Grimm-Schule Neu-Isenburg sowie einigen Ehrengästen das rot-weiße Band zerschnitt und so die Freigabe erteilte. Eine Million Euro hat der 3,4 Kilometer lange Geh- und Radweg gekostet, der auch eine Anbindung an die Regionalparkroute und die Kreisrouten 6 und 11 schafft. Das Land musste dabei auch ein Kleinbiotop versetzen sowie für Fledermausquartiere und Vogelbrutplätze in gerodeten Höhlenbäumen Ersatz schaffen. Rund 9000 Kubikmeter Erde wurden bewegt.

Der erste, zwei Kilometer lange Abschnitt wurde neu angelegt; der Radweg schlängelt sich ab Götzenhain parallel zur Landesstraße 3317 hinter einer kniehohen Schutzplanke entlang. Auf Höhe von Gut Neuhof kann die Landstraße per Ampelschaltung sicher gequert werden.

Im zweiten Abschnitt des Radwegs geht es 1,4 Kilometer lang durch den Wald. Hier wurde die alte Landstraße nach Neu-Isenburg von sechs Metern auf drei Meter Breite verringert, renaturiert und entsiegelt sowie zum Forst- und Wirtschaftsweg herabgestuft.

Nach der Verkehrsfreigabe radelte der Minister mit vielen Bürgern und rund 50 Schülern der beiden Schulen über den neuen Weg. Sie sammeln Kilometer für die Aktion „Schulradeln“, die noch bis zum 30. September läuft.

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