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Ein Ausschnitt aus dem drei Meter breiten Gemälde „Wochenmarkt“ des iranischen Künstlers Alireza Varzandeh, zu sehen in der Galerie Barbara von Stechow.

Galerien in Frankfurt

Langer Abend für neue Kunst

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29 Frankfurter Galerien zeigen am kommenden Wochenende ihr aktuelles Programm. An diesem Freitag können Neugierige sogar bis 22 Uhr bummeln gehen.

Traditionell nach der Sommerpause starten die Frankfurter Galerien mit einem Wochenende der offenen Türen in die neue Saison und zeigen ausgewählte Positionen aus ihrem Programm. Es lohnt sich, an einer der Führungen oder Radtouren teilzunehmen und auch Galerien zu entdecken, die nicht unbedingt im künstlerischen Epizentrum rund um den Frankfurter Dom liegen.

Den Schwerpunkt legen die Galerien in diesem Jahr auf die Malerei. Es sind klassische Positionen zu sehen, wie etwa Johannes Heisig, den Die Galerie, Grüneburgweg 123, zeigt. Die zweite Einzelausstellung des Künstlers hat den Titel „Mach Dir ein Bild!“. Präsentiert werden sehr persönliche Werke Heisigs, Selbstporträts, aber auch popkulturelle Motive.

In der Galerie Hanna Bekker vom Rath, Braubachstraße 12, sind die Arbeiten des ehemaligen Städellehrers Johann Georg Geyger zu sehen. Ein zentrales Motiv des Malers ist das Thema des Menschseins, in das er die verschiedenen Werkphasen seines Künstlerlebens mit einfließen lässt. Geygers Malerei ist kraftvoll, mit dickem, flächigem Pinselstrich malt er markante Zeichen in Rot und Gelb.

Die Bildwelt von Alisa Margolis ist geprägt von der Malerei holländischer Stillleben sowie der dramatischen Lichtführung des Barocks. Die Künstlerin erzeugt große Spannungswelten. Ihre Werke sind ein Formen-, Farb- und Lichtspektakel, etwa bei „I like you“. Die Galerie Wilma Tolksdorf, Hanauer Landstraße 136, zeigt Margolis‘ Bilder in der Ausstellung „Sorry Superhero“.

Wer es in diesem Sommer nicht an den Lago d’Iseo zu Christos „The Floating Piers“ geschafft hat oder wen die Besuchermassen – unglaubliche 1,2 Millionen Menschen sind über den See gewandelt – abgeschreckt haben, hat nun bei Alp Galleries, Eschborner Landstraße 164, die Möglichkeit einer Nachlese des Kunstprojekts. Die Galeristen, die während des gesamten Projekts am Lago d’Iseo waren, liefern bereits am Donnerstag, 8. September, zwischen 19 und 22 Uhr einen Bericht für alle, die nicht dabei sein konnten. Zu sehen sind von Christo signierte Prints und Originalzeichnungen. Außerdem werden Fotos gezeigt, die Besucher der „Floating Piers“ gemacht haben.

Zum 22. Saisonstart sind mehr Gruppenausstellungen zu sehen als in den vergangenen Jahren. Bei Brigitte Maurer, Fahrgasse 5, sind Papierschnitte ausgestellt. Jörg Schuhmacher, Weckmarkt 5, zeigt mit „Das Rot in der Kunst“ die Farbe, mit der der Mensch als erstes gemalt hat, und wie unterschiedlich mit der symbolträchtigen Farbe umgegangen wird.

Die Westend Galerie, Arndtstraße 12, feiert ihren 50. Geburtstag und hat 50 deutsche und italienische Künstler eingeladen, die sich mit der aktuellen Situation Italiens, seiner Gesellschaft, Kultur und Tradition beschäftigt haben. Entstanden sind Gemälde, Fotos, Collagen und Lichtinstallationen, darunter abstrakte Kompositionen, reale und imaginierte italienische Landschaften sowie Fragmente italienischer Kultur.

Die Veranstalter, die Interessengemeinschaft Galerien in Frankfurt, haben das Vermittlungsprogramm erweitert. Die mit dem ADFC entwickelte Fahrradtour wird wieder am Samstag und Sonntag stattfinden. Neu ist eine Führung für Social-Media-Nutzer. Isa Bickmann führt kunstbegeisterte Twitterer, Instagramer und Snapchatter durch fünf Galerien. Außerdem gibt es erstmals Führungen auf Englisch.

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