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Wen wähle ich nur? Eine Frage, die Jungwähler:innen auch in Langen grübeln lässt.
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Wen wähle ich nur? Eine Frage, die Jungwähler:innen auch in Langen grübeln lässt.

Langen

Langen: Wahlrecht mit 16 als Wunsch

  • Annette Schlegl
    vonAnnette Schlegl
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Langener Jugendliche haben bei einer Video-Konferenz erstmals mit Parteivertretern reden können, bevor sie am 14. März ihr Kreuzchen auf den Stimmzetteln machen.

Corona kann manchmal auch Vorteile mit sich bringen. Einige Jungwähler und Jungwählerinnen in Langen kamen so jüngst ganz einfach an Informationen zu politischen Themen, die sie als wichtig erachten. In einem persönlichen Brief erhielten sie die Einladung zu einer Videokonferenz, in der sie auch Fragen stellen konnten. So konnten sie aus erster Hand die Standpunkte der acht Parteien und Gruppierungen erfahren, die in Langen zur Kommunalwahl zugelassen sind.

In Langen läuft Wahlkampf schon lange anders ab als in anderen Städten. In der Stadt sind Wahlplakate an Laternenpfählen nicht erlaubt. Seit Anfang der 1980er Jahre dürfen die Parteien nur auf 33 großen öffentlichen Stellwänden aus Sperrholz plakatieren, die im gesamten Stadtgebiet vor der Wahl aufgestellt werden. Die Folge: Die Stadt war bei der Wahlbeteiligung meist Schlusslicht.

Die Plakate

Die Langener:innen sollen bei dieser Kommunalwahl wieder die kostenlosen leuchtend gelben Plakate mit der Aufschrift „Ich gehe wählen! Und du?“ sichtbar am Zaun, Fenster oder Balkon anbringen.

Auch Wohnbaugesellschaften oder Wohnungseigentümer sind gefragt, die Plakate in den Hausfluren aufzuhängen, genauso wie die Einzelhändler in ihren Schaufenstern.

Die Plakate gibt es im DIN-A3- bis DIN-A1-Format in Papier und Plastik.

Die Abholung ist an zwei Orten möglich: bei der evangelischen Gemeinde, Bahnstraße 44, montags bis freitags von 10 bis 14 Uhr, und bei der katholischen Gemeinde, Albertus-Magnus-Platz 2, montags bis freitags von 8 bis 12 Uhr, sowie dienstags bis donnerstags von 13.30 bis 17.30 Uhr. ann

Um den Urnengang mehr in den Blickpunkt der Öffentlichkeit zu rücken, gründete sich 2017 die Initiative „Wählen gehen“, in der sich evangelische Kirchengemeinde, katholische Pfarrei, Gewerbeverein und Deutscher Gewerkschaftsbund (DGB) zusammentaten. Sie ließen leuchtend gelbe Plakate drucken mit der Aufschrift „Ich gehe wählen! Und du?“. Im Vorjahr, als die Bürgermeisterwahl in Langen anstand, schloss sich das Jugendforum der Initiative „Wählen gehen“ an.

Das Jugendforum hatte nun die Idee, im Vorgriff der Kommunalwahl nicht nur die gelben Plakate aufzuhängen, sondern einen persönlichen Brief an alle Erstwählerinnen und Erstwähler zu senden. Der enthielt auch die Einladung zu einer Videokonferenz mit Vertreter:innen der Langener Parteien und Gruppierungen. Jonathan Bari und Leonie Borst aus dem Vorstandsteam des Jugendforums moderierten das mehr als zweistündige Online-Meeting, in dem Fragen live oder per Video-Chat an die politischen Verantwortlichen gestellt werden konnten.

Und was ist den jungen Langenern und Langenerinnen nun wichtig? Die Herabsetzung des Wahlalters auf kommunaler Ebene auf 16 Jahre beispielsweise. Diesen Punkt hat aber keine der örtlichen Parteien und Gruppierungen – CDU, SPD, Grüne, FDP, Freie Wähler-NEV, Freie Wähler-UWFB, Linke und Wählerinitiative Langen – in ihren Wahlprogrammen. Christian Gött (CDU) erklärte, warum: Das Kommunalparlament könne das Wahlrecht ab 16 Jahren nicht beeinflussen, das sei Sache der Landesregierung. Die Parteienvertreter:innen waren sich aber einig, auf kommunaler Ebene sei Wählen ab 16 Jahre verantwortbar. Nur die FDP hatte noch keine abgeschlossene Meinung dazu.

Der Klimaschutz nahm beim Meeting auf der Videoplattform ebenso breiten Raum ein wie das immense Bevölkerungswachstum von Langen und das Thema Flüchtlinge. Die Stadt sei weltoffen und könne durchaus noch mehr Geflüchtete aufnehmen, meinten die Jugendlichen. Auch der Bau der Umgehungsstraße sowie die Elektro-Ladeinfrastruktur, die in der Stadt noch zu wünschen übrig lasse, wurden von den Jugendlichen angeschnitten. Am Ende gab es für die jungen Teilnehmer:innen noch einen Exkurs über das Kumulieren und Panaschieren.

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