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Zahllose Skandale haben gezeigt, dass sich die Fleischbranche ändern muss.

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Landwirtschaft im Umbruch

  • Jutta Rippegather
    vonJutta Rippegather
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Zahllose Skandale haben gezeigt, dass sich die Fleischbranche ändern muss - und es gibt junge Landwirte, die diesen Wandel gestalten wollen. Jetzt sind Politik und Sponsoren gefragt.

Die Zeit der Sturköpfe ist passé. In der Landwirtschaft kommen junge Leute ans Ruder, mit frischen Ideen und dem Mut, Neues auszuprobieren. Auch manche Älteren trauen sich, die ausgetrampelten Pfade zu verlassen. Es muss ja nicht gleich das Umstellen auf Öko sein. Regional ist für viele Verbraucher genauso wichtig. Frisch müssen die Lebensmittel sein, kurze Wege haben. Das schont Luft und Klima und schützt die Bauern vor Ort.

Beim Konsum von Fleisch oder Gefl��gel wird die Regionalität oft zur Farce. In Hessen gibt es zwar erstaunlich viele kleine Schlachtstätten. Doch den viel zu großen Hunger nach Fleisch können nur Tönnies und Co stillen. Beim Prozess des Tötens mag keiner so genau hinschauen. Umso lobenswerter ist das Engagement für mobile Schlachtstätten wie die in der Wetterau. Erst die Anlage für Rinder, jetzt die für Geflügel – womöglich haben bald auch gut gehaltene Schweine die Chance auf ein stressfreies Lebensende.

In der Lebensmittelproduktion ist vieles im Umbruch. Nicht zuletzt die jüngsten Skandale sorgen dafür, dass die Bevölkerung genauer hinschaut, was auf den Teller kommt. Die Grünen in Wiesbaden fördern Öko und Regionalität. Für zukunftsweisende Projekte braucht es dann aber doch solvente Sponsoren wie die Gerty-Strohm-Stiftung. Und Veterinärbeamte, die progressiven Landwirten keine Knüppel zwischen die Beine werfen. Davon gibt es leider noch viel zu wenige.

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