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Josué Manuel Quintana Diaz.

Landtagswahl - Wahlkreis Frankfurt II

Josué Manuel Quintana Diaz (Grüne): „Ich bin absoluter Optimist“

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Der Grüne Quintana Diaz will sich im Landtag für soziale Gerechtigkeit stark machen.

Josué Manuel Quintana Diaz fällt auf an diesem Nachmittag. Immer wieder drehen sich Gäste des Cafés Crumble in Bockenheim nach dem 27-Jährigen um, während er über soziale Gerechtigkeit, Bürgerrechte und Bankenregulierung spricht – und dabei schnell von lokalen auf globale Zusammenhänge kommt. „In Hessen, aber auch weltweit geht die Schere zwischen Arm und Reich immer weiter auseinander“, sagt Quintana Diaz. Im Grunde gebe es überall auf dem Globus ähnliche Probleme. „Da ist unheimlich viel zu tun.“

Man glaubt dem jungen Grünen-Politiker sofort, dass er kaum etwas lieber macht, als über Politik zu diskutieren. Schon als Student sei er bei der Grünen Jugend aktiv gewesen, bei seinen Freunden sei er als politischer Kopf bekannt, erzählt Quintana Diaz. Deshalb habe er auch zugesagt, als er gefragt wurde, ob er für den Landtag kandidieren wolle. „Das ist eine Möglichkeit, Erfahrungen zu sammeln“, sagt er. „Und außerdem kann ich so grüne Themen transportieren.“

Für den Wahlkampf opfert Quintana Diaz, der als Projektmanager bei der KfW-Bank arbeitet, einen Großteil seines Jahresurlaubs. Mit einem Team von Freiwilligen ist er in seinem Wahlkreis unterwegs und organisiert Veranstaltungen zur Eurokrise und zur Energiewende. Nein, so erholsam wie Urlaub sei das nicht, sagt er mit einem Lächeln. „Aber auf alle Fälle abwechslungsreich.“ Quintana Diaz ist sowieso ein umtriebiger Mensch: In München als Sohn einer Deutschen und eines Ecuadorianers geboren, hat er in Münster und Mexiko Internationales Management studiert und ist 2009 nach Frankfurt gekommen, um seinen Master in Ökonomie zu machen.

Sein Studium und zahlreiche Jobs und Praktika haben ihn nach Paris, Kenia und Kolumbien geführt – Quintana Diaz spricht vier Sprachen.

Wenn er über Politik redet, merkt man ihm den Wirtschaftswissenschaftler an. Dann fallen Vokabeln wie Nachhaltigkeit, Preisstabilität, Effizienz. Dabei steht Quintana Diaz seinem Fach durchaus kritisch gegenüber: Die neoklassische Schule, auch in der Krise weiterhin Politikberaterin Nummer eins, sei in vielen Punkten „absoluter Schmarrn“, sagt er, deshalb sei die Krisenpolitik in Europa – sparen, Löhne senken, Renten kürzen – auch so „fantasielos“. Alternative Schulen fänden zu wenig Gehör, dabei könne man Marktwirtschaft reguliert, gerecht und ökologisch gestalten. Dafür wolle er im Hessischen Landtag kämpfen.

Außerdem schlägt das Herz von Quintana Diaz für den Schutz der Bürgerrechte. Der NSA-Spionageskandal lasse „unsere demokratischen Grundlagen bröckeln“, auch in die Debatte um die Krise müssten die Bürger sich mehr einmischen. Deshalb ist Quintana Diaz auch Befürworter der Blockupy-Proteste. „Die sozialen Widersprüche sind schreiend“, sagt er. Durch den rigiden Umgang mit Blockupy durch Stadt und Polizei werde oft überdeckt, dass die Bewegung wichtige Probleme anspreche.

Ob er sich Chancen auf einen Sitz im Landtag ausrechnet, obwohl er keinen Platz auf der Landesliste hat? „Das kann ich ja nur mit Ja beantworten“, sagt Quintana Diaz lachend. Eine starke grüne Fraktion könne viele gute Dinge in Gang bringen. „Ich bin absoluter Optimist.“

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