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Wohnen in Hessen: Mehr Tempo bei den Modernisierungen

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Von: Jutta Rippegather

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Die Nassauische Heimstätte reagiert auf die Energiekrise. Und bemüht sich um sozial verträgliche Mieterhöhungen.

Die Unternehmensgruppe Nassauische Heimstätte / Wohnstadt sieht sich auf einem guten Weg zur Klimaneutralität. In den vergangenen drei Jahren habe Hessens größtes Wohnungsunternehmen seinen Kohlendioxid-Ausstoß um rund zehn Prozent gesenkt, mit Neubau- und Modernisierungsaktivitäten im sozial verträglichen Maß. Bei Modernisierungen lege man maximal sechs statt der möglichen acht Prozent um, sagte Geschäftsführer Thomas Hain anlässlich der Bilanz für das Jahr 2021. „Außerdem greift eine Mietpreisbegrenzung für Mieterinnen und Mieter mit geringen und mittleren Einkommen.“

Angesichts der aktuellen Entwicklung im Energiesektor will die Geschäftsführung das Tempo bei den Modernisierungen steigern sowie auf erneuerbare Energien in der Wärmeversorgung setzen. „Dafür benötigen wir zusätzliche finanzielle Mittel.“ Die Eigenkapitalerhöhung des Landes aus dem Jahr 2020 werde in den nächsten fünf Jahren in die energetische Modernisierung von 4000 Wohnungen investiert; aktuell etwa in der Hanauer Weststadt und in der Offenbacher Carl-Ulrich-Siedlung. Der Verbrauch pro Wohnung sinke dadurch um 60 bis 80 Prozent.

Wie geplant baute die Nassauische Heimstätte im vergangenen Jahr 458 neue Wohnungen. Auch mit Aufstockungen - etwa in der Fritz-Kissel-Siedlung in Frankfurt oder in Darmstadt-Eberstadt. In Bau oder Planung sind fast 2900 Wohnungen. Seit vier Jahren erfüllen alle Neubauten den KfW-55-Standard.

Zu den Aktivitäten im Jahr 2021 zählte auch ein Modellprojekt mit dem Land. Hessen erwirbt die Belegungsrechte für bis zu 15 Wohnungen für Frauen, die nach einem Aufenthalt in einem Frauenhaus wieder ausziehen möchten, jedoch keine geeignete Bleibe für den Neustart finden. Sie sollen vorwiegend in Bad Homburg, Frankfurt, Fulda, Hanau, Kassel und Wiesbaden angeboten werden. Dort gestalte sich die Suche nach eigenen vier Wänden für einen Neustart besonders schwierig.

Im vergangenen Jahr erwirtschaftete Hessens größtes Wohnungsunternehmen einen Jahresüberschuss von rund 57,1 Millionen Euro. Damit bewegte es sich in etwa auf Vorjahresniveau.

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