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Einer von vielen: Derzeit leben rund 8000 Löwen auf südafrikanischen Farmen.
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Er muss leider draußen bleiben aus dem Hessischen Landtag.

GUT GEBRÜLLT - Kolumne vom 26.6.2021

Wir müssen leider draußen bleiben

  • Pitt von Bebenburg
    VonPitt von Bebenburg
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Tiere sind zu Sitzungen des Hessischen Landtags nicht zugelassen. Dazu gibt es eine ausdrückliche Bestimmung. Sie steht in Paragraf 4 der Hausordnung.

Erlaubt sind weder Fuchs noch Hase, weder Hamster noch Katze. Dabei geht es politisch immer wieder um ihr Schicksal. Umweltministerin Priska Hinz (Grüne) beklagt etwa, dass die Bundesregierung Zirkustiere viel zu spät und zu schlecht schütze. Für Großkatzen, Robben und Reptilien sollten die Regelungen gar nicht gelten, beklagt sie. Die Betroffenen können leider nicht mitreden beziehungsweise -brüllen. Löwen und Krokodile dürfen den Landtag nicht betreten.

Hunde sind gelegentlich erlaubt. In der Hausordnung steht, dass Blindenführhunde und Hunde der Polizei vom Verbot ausgenommen sind. Tatsächlich haben wir schon erlebt, wie ein gutmütiger Polizeihund im Plenarsaal schnüffelt, ob alles sauber ist. Umgekehrt schnüffelt der Landtag ja auch, ob alles sauber ist bei der Polizei, und nicht immer mit erfreulichem Ergebnis – aber das steht auf einem anderen Blatt.

Schweine sind soziale Lebewesen

Über Tiere kann man als Landtagskorrespondent einiges lernen. Zum Beispiel, dass Schweine „soziale Lebewesen mit ausgeprägtem Spieltrieb und einer Intelligenz vergleichbar mit der eines Kleinkindes“ sind. Deswegen gibt es am heutigen Samstag bundesweit einen Aktionstag für die Abschaffung der Kastenstände, also jener engen Begrenzungen, in denen Schweine gehalten werden. Die Erläuterung über den Charakter der Tiere stammt von der Linken-Landtagsabgeordneten Heidemarie Scheuch-Paschkewitz, die den Aktionstag unterstützt.

Eines der politisch populärsten Tiere ist derzeit die Biene. „Ohne sie können Pflanzen keine Früchte bilden und Tiere und Menschen verlieren ihre Nahrungsgrundlagen“, betonte Ministerin Hinz dieser Tage, als sie die Erfolge der Kampagne „Bienenfreundliches Hessen“ vorstellte. Denn, hurra, der Anteil an Blühflächen im Land sei erneut gestiegen.

Der Wolf - nur so mittelbeliebt

Politisch nur so mittelbeliebt ist der Wolf. Einerseits schön, dass er wieder da ist, jetzt sogar paarweise im Rheingau. Das sei doch „in Zeiten des Artensterbens eine erfreuliche Entwicklung“, stellte der Umweltschutzverband BUND fest. Andererseits macht die Rückkehr des Wolfs den Bäuerinnen und Bauern das Leben schwer, wenn sie Schafe, Rinder oder andere Tiere auf der Weide halten.

Weit unten in der Beliebtheitsliste rangiert das Wildschwein. Von wegen Spieltrieb und Intelligenz, hier zählen andere Kritieren. „Wegen des drohenden Ausbruchs der Afrikanischen Schweinepest ist die intensive Bejagung ein wichtiger Bestandteil der Präventionsmaßnahmen“, stellt Hinz fest. 65 000 Wildschweine seien in der Jagdsaison 2020/21 in Hessen geschossen worden, jedoch: „Leider konnte das Vorjahresniveau in der letzten Jagdperiode nicht erreicht werden.“ Dafür ging es den Rehen an den Kragen. „Es wurden erstmalig in einem Jagdjahr mehr als 100 000 Rehe erlegt“, zog Hinz Bilanz.

Nachhaltig verarbeitet

Die Rehe und Wildschweine würden zu „nachhaltigen Lebensmitteln“ verarbeitet. In diesem Zustand dürfen Tiere sogar ins Parlament – und zwar auf den Tisch des Landtagsrestaurants. In den Zeiten der schärferen Corona-Einschränkungen musste das Essen abgeholt und im Büro verzehrt werden.

Jetzt hat das Restaurant seine Außengastronomie im Innenhof des Landtags wieder geöffnet (allerdings nur für Menschen, die im Landtag tätig sind). Das ist ein Segen. Denn auch Abgeordnete und Korrespondenten sind soziale Lebewesen.

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