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Traumziel USA? Wohin kann die Reise gehen für Austauschschüler und Studenten in ihrem Auslandsjahr – in Zeiten von Corona?

Reisen

„Wir erwarten beim Schüleraustausch einen Nachholeffekt“

  • Peter Hanack
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Michael Eckstein, Gründer der Stiftung Völkerverständigung, über Auslandsjahre in Corona-Zeiten, hoffen auf das nächste Jahr und eine Messe in Wiesbaden.

In normalen Jahren entscheiden sich in Deutschland rund 15 000 junge Menschen für ein Auslandsjahr – während der Schulzeit oder kurz danach. Wegen der Corona-Pandemie sind es nun deutlich weniger. Eine Messe in Wiesbaden setzt darauf, dass die Zeiten auch wieder besser werden.

Herr Eckstein, Sie werben mit einem Foto der Golden Gate Bridge bei San Francisco für die Auf-in-die-Welt-Messe in Wiesbaden. Schüleraustausch in Zeiten von Corona, noch dazu in die Vereinigten Staaten, geht das überhaupt?

Der Schüleraustausch ist in großen Teile der Welt noch immer möglich, wenn auch eingeschränkt. Nach Kanada kann man beispielsweise zurzeit zwar nicht, aber in die USA gibt es für Schüler und Studenten bereits seit Anfang August wieder Einreisemöglichkeiten.

Was bedeutet eingeschränkt?

Wie üblich benötigt man neben dem Einreisevisum eine High School, die den Schüleraustausch mitmacht, sowie eine Gastfamilie. Das ist schwieriger geworden, da die Schulen wie auch in Deutschland Beschränkungen unterliegen, und auch Gastfamilien gibt es in diesem Jahr weniger als sonst.

Die Person und die Messe

Michael Eckstein (63) ist Gründer und Vorsitzender der gemeinnützigen Stiftung Völkerverständigung. Die Stiftung fördert den Schüler- und Studentenaustausch mit Messen und einem Schüleraustausch-Portal, einem Schüleraustausch-Preis und Stipendien.

Am 19. September gibt es in Wiesbaden die Auf-in-die-Welt-Messe. Zahlreiche Aussteller informieren dort über ihre Angebote für Auslandsaufenthalte junger Menschen in 50 Ländern, von 10 bis 16 Uhr in der Obermayr Europa-Schule, Berliner Straße 150.

Welche Folgen hat das?

Es gibt einfach weniger Plätze. Allerdings haben auch gleichzeitig weniger Schüler, Abiturienten oder Studenten von der Möglichkeit eines Auslandsjahrs Gebrauch gemacht. Wir gehen davon aus, dass statt der sonst für Deutschland üblichen 15 000 jungen Leute weniger als die Hälfte weg waren. Für das nächste Jahr aber bedeutet das, dass wohl rund ein Drittel der Plätze bereits durch jene belegt sind, die ihren diesjährigen Aufenthalt auf 2021 verschoben haben in der Erwartung, dass das Reisen dann wieder nahezu normal möglich sein wird.

Die Lage ändert sich ja ständig. Kann man heute verlässlich sagen, was nächstes Jahr möglich sein wird?

Wir gehen davon aus, dass Auslandsjahre durchaus wieder wahrgenommen werden können. Die Messe am 19. September in Wiesbaden soll darüber informieren, was man im nächsten Jahr machen kann. Wer daran Interesse hat, sollte sich möglichst bald informieren, zumal nicht nur Plätze von denen belegt sind, die in diesem Jahr nicht gefahren sind, sondern dass ab Sommer nächsten Jahres der Wunsch, die Welt zu sehen, wieder deutlich zunehmen wird. Da erwarten wir einen echten Nachholeffekt.

Michael Eckstein (63) ist Gründer und Vorsitzender der gemeinnützigen Stiftung Völkerverständigung.

Corona macht den Schüleraustausch also nicht kaputt ?

Das Interesse der jungen Leute ist ungebrochen, das sehen wir an den Nachfragen im Internet.

Welche Länder waren bislang die Favoriten, und wird sich daran etwas ändern?

Die USA bleiben sicher sehr beliebt, auch, weil ein Auslandsjahr dort deutlich günstiger ist als in anderen englischsprachigen Ländern wie Australien oder Neuseeland. Zunehmen werden sicher die Aufenthalte in Europa. In England, Schottland oder Irland lässt sich ja auch gut Englisch lernen. Schüleraustausche gibt es aber natürlich auch in Frankreich oder auch in Spanien, was kaum jemand weiß.

Interview: Peter Hanack

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