Windrad im Wald mit Blick auf den Taunus.
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Windrad im Wald mit Blick auf den Taunus.

Umwelt

Wind in Hessens Wäldern bringt Gewinn

  • Peter Hanack
    vonPeter Hanack
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Der landeseigene Betrieb Hessenforst steigert die Pachteinnahmen aus Windkraftanlage. Die DDP sieht dabei die „Motivation an der falschen Stelle“.

Im vergangenen Jahr hat Hessenforst, der landeseigene Betrieb zur Bewirtschaftung des hessischen Staatswalds, knapp 5,8 Millionen Euro Pacht im Zusammenhang mit dem Betrieb von Windkraftanlagen eingenommen. 2015 waren es noch gut 1,5 Millionen Euro gewesen.

Das geht aus der Antwort des Umweltministeriums auf eine Anfrage der FDP-Landtagsfraktion hervor. Demnach sind die Pachterlöse in den vergangenen fünf Jahren stetig gewachsen.

Hessenforst vergibt Flächen zur Windenergienutzung an Gesellschaften, die diese errichten bzw. betreiben wollen. Dies können sowohl kommunale als auch private Unternehmen sein. Hessenforst gehört zu den größeren Forstbetrieben Deutschlands. Rund 2000 Menschen sind dort beschäftigt. Neben den Staatswäldern betreut Hessenforst auch Kommunal- und Privatwälder und berät deren Eigentümer.

Bis Juni 2020 hat Hessenforst laut Auskunft von Umweltministerin Priska Hinz (Grüne) 74 Verträge zum Bau und Betrieb von Windrädern im hessischen Wald abgeschlossen. Insgesamt handelt es sich dabei um rund 6400 Hektar.

Der hessische Staatswald hat gut 340 000 Hektar. Die Fläche, die der Betrieb im Auftrag anderer Eigentümer betreut, ist in etwa noch einmal so groß. Im Jahr 2018 nahm Hessenforst insgesamt knapp 250 Millionen Euro ein.

René Rock, Fraktionsvorsitzender der FDP im hessischen Landtag, sagt, die steigenden Pachterlöse „motivieren möglicherweise an der falschen Stelle“. Die Einnahmen dürften nicht dazu führen, dass Genehmigungen für neue Windkraftanlagen leichter erteilt würden, mahnt er. Rodungen für den Bau neuer Anlagen aber schädigten die Wälder, die ohnehin unter Trockenheit und Hitze litten. Die FDP lehnt Windräder im Wald grundsätzlich ab.

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