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Wieder brennt in Hessen eine Schultoilette

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Von: Peter Hanack

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Zwei Menschen haben Rauchvergiftungen erlitten, als es in Dreieich auf einer Schultoilette gebrannt hat. dpa
Zwei Menschen haben Rauchvergiftungen erlitten, als es in Dreieich auf einer Schultoilette gebrannt hat. dpa © dpa

Brände in Dreieich, Kelkheim und Hanau: Internetvideos verleiten offenbar zu Brandstiftungen an Schulen. Das hessische Kultusministerium appelliert an die Eltern.

Nach einer Serie von Brandstiftungen und Vandalismus auf Schultoiletten, die offenbar durch eine Internet-Challenge angestiftet worden sind, appelliert das hessische Kultusministerium an die Eltern. Sie sollen ihren Kindern klarmachen, dass sie nicht jeden Unsinn, den sie in irgendwelchen Videos sehen, nachmachen dürften.

Zuletzt hat es am Dienstagmorgen auf einer Schultoilette in Dreieich (Landkreis Offenbach) gebrannt. Zwei Menschen sind nach Angaben der Polizei verletzt worden. Der Hausmeister und ein Mitglied der Schulleitung der Weibelfeldschule hätten womöglich eine Rauchvergiftung erlitten. 1600 Schülerinnen und Schüler hatten zeitweise das Schulgebäude verlassen müssen. Es sei ein Schaden von rund 50 000 Euro entstanden.

Vorbilder aus dem Internet

Vorige Woche hatte es an Schulen in Hanau und Kelkheim gebrannt. In einer Hanauer Grundschule hat nach Angaben der Polizei vermutlich ein Neunjähriger Toilettenpapier und Handtücher angezündet. In Kelkheim (Main-Taunus-Kreis) brannte es am vorigen Donnerstag. In beiden Fällen wird ein Zusammenhang mit Videos auf der Plattform TikTok vermutet.

„Wir haben Ähnliches aus allen Ecken Hessens gehört“, berichtete ein Sprecher des Kultusministeriums am Dienstag auf Anfrage. Er appellierte an die Eltern. Diese seien in der Verantwortung, darauf zu achten, was ihre Kinder in ihrer Freizeit machten. Gerade Jüngere folgten offenbar bei den Vandalismustaten und Brandstiftungen Vorbildern aus dem Internet. Zugleich machten die Vorfälle deutlich, wie wichtig eine frühe Medienbildung sei.

Man beobachte die Entwicklung mit Sorge. Auch die Schulleitungen sollten Eltern und Schüler:innen darauf ansprechen. mit dpa

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