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Hessen

Wer zieht aus dem hessischen Landtag in den Bundestag?

Prominenz aus dem hessischen Landtag strebt in den Deutschen Bundestag – nicht nur eine Fraktionschefin und ein Parlamentarischer Geschäftsführer. Drei können sich gute Chancen ausrechnen

Mit der Bundestagswahl wird sich auch im Hessischen Landtag einiges ändern. Mehrere Fraktionen werden sich in Wiesbaden an wichtigen Positionen neu aufstellen müssen. Für die Linke strebt die Fraktionsvorsitzende Janine Wissler in den Bundestag, für die FDP deren Parlamentarischer Geschäftsführer Jürgen Lenders und für die Grünen der Fraktionsvize Marcus Bocklet.

Alle drei prägen seit vielen Jahre die Politik im hessischen Landtag und besitzen gute Aussichten, im Herbst nach Berlin zu gehen. Außenseiter-Chancen haben daneben der CDU-Landtagsabgeordnete Armin Schwarz und sein Parteifreund Stefan Heck, der Staatssekretär im hessischen Innenministerium. Die beiden Christdemokraten müssten jedoch voraussichtlich ihre Wahlkreise gewinnen, um von der Landes- in die Bundespolitik zu wechseln.

Die 40-jährige Frankfurterin Wissler gehörte bereits der ersten Landtagsfraktion der Linken an, als sie 2008 ins Parlament einzogen. Seit 2009 stand Wissler an der Fraktionsspitze, zunächst gemeinsam mit Willi van Ooyen, inzwischen allein. Anfang dieses Jahres rückte die Hessin dann an die Spitze der Bundespartei, im Mai wurde sie zur bundesweiten Spitzenkandidatin für die Bundestagswahl gekürt – jeweils als Teil einer Doppelspitze.

Nun prangt ihr Konterfei auf Wahlplakaten in der ganzen Republik. In Wiesbaden bleiben würde Wissler nur, wenn die Linke den Wiedereinzug in den Bundestag verpassen würde. In den meisten Umfragen liegt die Partei bundesweit bei sieben Prozent und damit deutlich über der Fünf-Prozent-Hürde.

Auch der 55-jährige FDP-Politiker Jürgen Lenders kann sich aller Voraussicht nach auf ein Mandat im Bundestag einstellen. Bei der Aufstellung der Landesliste für die Bundestagswahl konnte sich der Kaufmann aus Fulda in einer Kampfabstimmung gegen den amtierenden Bundestagsabgeordneten Matthias Nölke durchsetzen und steht nun auf Platz 5 der hessischen Landesliste, der als fast sicher gilt. Derzeit stellen die hessischen Freien Demokraten sechs Abgeordnete im Bundestag.

Der Wirtschaftspolitiker zog gleichzeitig mit Janine Wissler 2008 in den Landtag ein. Seit 2019 amtiert Lenders als Parlamentarischer Geschäftsführer, also quasi als Nummer 2 und Chef-Organisator der Fraktion.

Wahrscheinlich geht außerdem der Frankfurter Grünen-Politiker Marcus Bocklet von Wiesbaden nach Berlin. Auch der Sozialpolitiker musste Kampfabstimmungen beim Parteitag überstehen, verlor jene um Platz 8 gegen den Kasseler Boris Mijatovic, gewann aber die Abstimmung um Platz 10. Diese Platzierung gilt bei den Grünen als fast sicher, auch wenn die hessische Landespartei derzeit nur über fünf Abgeordnete verfügt. Damals holten die Grünen bundesweit nur knapp neun Prozent, diesmal könnten es doppelt so viele werden.

Der 57-jährige Bocklet gehört dem hessischen Landtag seit rund 16 Jahren an, mit einer Unterbrechung 2008/09. Um einen Wahlkreis für eine Direktkandidatur zu finden, ist der Frankfurter nach Hanau ausgewichen. Dort tritt er nun an, denn in seiner Heimatstadt waren die beiden Wahlkreiskandidaturen für den amtierenden Abgeordneten Omid Nouripour und die Vorsitzende der Grünen Jugend Hessen, Deborah Düring, vorgesehen.

Bessere Platzierungen auf der Landesliste ihrer Partei können die Christdemokraten Schwarz (Rang 6) und Heck (Rang 7) vorweisen. Doch die Liste besitzt in der CDU eine deutlich geringere Bedeutung als bei den Grünen. Es gilt als wahrscheinlich, dass die Union so viele Direktmandate in Hessen holt, dass keine oder nur sehr wenige Politikerinnen und Politiker über die Liste ins Parlament einziehen.

Berechnungen des Portals Election.de gehen derzeit davon aus, dass die CDU 15 der 22 hessischen Wahlkreise gewinnen und niemand über die Liste nach Berlin kommen würde. In den Wahlkreisen von Schwarz (Waldeck) und Heck (Marburg) haben Esther Dilcher und Sören Bartol von der SPD den Berechnungen zufolge derzeit die Nase vorn – doch nicht so weit, dass die Unionspolitiker abgeschlagen wären.

Bei der SPD und der AfD stehen keine Landespolitikerinnen und Landespolitiker auf den Listen für die Bundestagswahl. Doch mehrere AfD-Landtagsabgeordnete treten vor Ort an. Andras Lichert (Wetterau), Erich Heidkamp (Wiesbaden) und Gerhard Schenk (Werra-Meißner/Hersfeld-Rotenburg) haben sich als Direktkandidaten nominieren lassen.

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