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Onlineshopping läuft selten ohne das Sammeln von Daten ab.
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Onlineshopping läuft selten ohne das Sammeln von Daten ab.

Verbraucherschutz

Wenn das Sofa plötzlich teurer ist

  • Peter Hanack
    vonPeter Hanack
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Die Verbraucherzentrale Hessen informiert über Fallen beim Einkauf im Internet. Und darüber, wie Algorithmen über Menschen entscheiden.

Wer morgens im Internet nach einem Sofa sucht, der bekommt möglicherweise am Abend, wenn er dann kaufen möchte, einen höheren Preis genannt – weil der Algorithmus, ein im Hintergrund laufendes Computerprogramm, sich das Interesse gemerkt hat. Die Verbraucherzentrale Hessen (VZH) hat es sich zur Aufgabe gemacht, Kundinnen und Kunden über den Nutzen und die Gefahren von solchen automatisierten Entscheidungen aufzuklären, wie sie von Algorithmen an vielen Stellen getroffen werden.

„Viele Menschen gehen völlig unbefangen mit den Ergebnissen von Preisvergleichsportalen um“, erläuterte Hessens Verbraucherschutz-Ministerin Priska Hinz (Grüne) am Donnerstag in Frankfurt. Diese aber zeigten oft keine objektiven Ergebnisse, sondern könnten von den Portalbetreibern beeinflusst werden. Verbraucherinnen und Verbraucher benötigten deshalb Durchblick und praktische Tipps, um eigenständig ihre Kaufentscheidungen treffen zu können.

Automatisierte Entscheidungen

Die Wirkung von Algorithmen ist Gegenstand eines neu gestarteten Informationsangebotes der Verbraucherzentrale Hessen.

Das Projekt wird vom Land Hessen mit 40 000 Euro gefördert.

Zahlreiche Informationen und Praxistipps zu den automatisierten Entscheidungsverfahren gibt es auf der Website www.algo-was.de pgh

Die Verbraucherzentrale will mit ihrem neuen Informationsangebot „Algo...was?!“ dabei Hilfen geben. „Wir alle kennen den Fall, dass uns eine Seite im Internet passende Kaufvorschläge macht, etwa für ein Buch“, berichtete VZH-Vorstand Philipp Wendt. Auf den ersten Blick sei das hilfreich, aber es führe auch dazu, dass sich der eigene Blick auf die Welt verenge, wenn immer nur Dinge vorgeschlagen würden, die laut Algorithmus passend seien. Am Ende führe das dazu, dass man sich in einer Blase bewege.

Noch an einer anderen Stelle seien Algorithmen gefährlich, so Wendt. So sammelten Scoring-Dienste zahlreiche Informationen über Personen, um daraus eine Wahrscheinlichkeit abzuleiten, ob diese ihre nächsten Rechnungen pünktlich begleichen könnten. „Das entscheidet auch darüber, ob diese Personen einen Kredit oder eine Handykarte erhalten und eine Wohnung zur Miete bekommen“, erklärte Wendt. Dabei könnten diese Daten auch falsch sein oder veraltet – oder der Algorithmus könne sie falsch bewerten. Auch darüber will das neue Informationsangebot der VZH aufklären.

Zunächst geht dazu eine Website online. Dort soll es viele leicht verständliche, nutzerorientierte Informationen und Praxistipps geben. Mehrere Podcasts und ein Erklärfilm richten sich an verschiedene Zielgruppen.

Als nächstes soll Lehr- und Lernmaterial für den Einsatz an den Schulen dazu angeboten werden. Auch Angebote in der Erwachsenenbildung gehören laut Wendt zum Programm.

Nötig sei zudem ein Auskunftsrecht. „Die Betreiber der Systeme sollten verpflichtet werden, Betroffenen zu erläutern, wie deren Ergebnisse zustande kommen“, forderte Wendt. Nur so könnten Verbraucherinnen und Verbraucher die Entscheidungen nachvollziehen, die aufgrund von Algorithmen getroffen werden – und wenn nötig überprüfen lassen.

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