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Wasserversorger erwarten starke Schwankungen beim Grundwasser

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Von: Peter Hanack

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Vielerorts in Deutschland wie hier in Brandenburg stehen Staubsäulen über den Äckern, wenn Landwirte die Rapssaat in den knochentrockenen Boden bringen.
Vielerorts stehen Staubsäulen über den Äckern. In der Landwirtschaft muss voraussichtlich häufiger als heute bewässert werden. © Patrick Pleul/dpa

Eine Studie geht für Hessen von häufigem Extremwetter aus. Die Pegel beim Grundwasser steigen vermutlich nur noch im Winter, so die Untersuchung.

Die Quellen versiegen, Bäche trocknen aus, die Pegel der Flüsse und Seen sind auf historischem Tiefstand, aus Wiesen werden Savannen und Felder und Obstplantagen müssen häufiger bewässert werden. Die Arbeitsgemeinschaft Wasserversorgung hat nun die Auswirkungen des Klimawandels auf die Verfügbarkeit von Grundwasser in der Rhein-Main-Region untersuchen lassen.

Mit einer deutlichen Veränderung bei der Grundwasserneubildung sei ab 2040/2050 zu rechnen, teilt die Arbeitsgemeinschaft mit. Grundwasser könne sich nur noch in immer kürzeren Zeiträumen bilden – und vor allem im Winterhalbjahr. Ebenso sei mit einem deutlichen Mehrbedarf für die Bewässerung von landwirtschaftlichen Flächen zu rechnen.

Regional starke Unterschiede

Die beruhigende Nachricht: Bis dahin, also in etwa 20 Jahren, werde sich die natürliche Grundwasserbildung eher „moderat“ verändern, wie es in der Mitteilung der Arbeitsgemeinschaft heißt. Allerdings würden die Grundwasserstände aufgrund der saisonalen Veränderungen – trocken-heiße Sommer, Niederschläge hauptsächlich im Winter – mehr als bisher schwanken. Auch geht die Studie davon aus, dass Extremwetterperioden häufiger auftreten werden. Das heißt, dass der Grundwasserpegel nicht nur jahreszeitlich bedingt schwankt, sondern über längere Zeiträume absinken kann. Auch könnten regional starke Unterschiede auftreten. Dies müsse noch genauer erforscht werden, teilt die Arbeitsgemeinschaft mit. Untersucht wurden die Änderungen bei der Grundwasserneubildung im Hessischen Ried, dem hessischen Untermain und im Vogelsberg.

Die Arbeitsgemeinschaft wurde 1978 auf Initiative der hessischen Landesregierung gegründet. Sie bündelt die Expertise von Wasserbehörden, Verbänden und Institutionen sowie den wichtigsten südhessischen Wasserbeschaffungsunternehmen.

Die Studie steht als Download unter www.ag-wrm.de zur Verfügung.

Siehe „Grundwasserstände fast überall sehr niedrig“

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