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Es sollte ein Tag der Freude werden, es wurde ein Alptraum: Volkmarsen am 24. Februar 2020.
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Es sollte ein Tag der Freude werden, es wurde ein Alptraum: Volkmarsen am 24. Februar 2020.

Rosenmontags-Anschlag

Volkmarsen: „Es bleibt die Frage des Warum“

  • Peter Hanack
    VonPeter Hanack
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Ein Jahr nach der Amokfahrt mit mehr als 150 Verletzten gedenken die Menschen in Volkmarsen des Anschlags vom Rosenmontag 2020.

Mit einem ökumenischen Gottesdienst hat Volkmarsen am Mittwochabend der Amokfahrt gedacht, bei der am Rosenmontag vor einem Jahr mehr als 150 Menschen verletzt worden waren. Deutlich wurde: Vor allem die Frage des Warum treibt die Menschen in der nordhessischen Kleinstadt noch immer um.

„Es wurde niemand getötet, was für ein Segen, aber die Wunden heilen nur langsam“, sagte die evangelische Pfarrerin Britta Holk, die den Gottesdienst gemeinsam mit Pfarrer Martin Fischer zelebrierte. „Die Attentäter unserer Zeit dürfen das Vertrauen in die Gemeinsamkeit nicht kaputtmachen“, mahnte sie. Es brauche nun Mut, trotz des Bösen wieder miteinander zu feiern und fröhlich zu sein. Die Menschen fühlten sich ohnmächtig, sagte Weihbischof Karlheinz Diez, „weil sie das immer noch unbeantwortete Warum aushalten müssen“. Das Gedenken sollte in viel größerem Rahmen begangen werden. Wegen der Corona-Pandemie wurde der Jahrestag des Anschlags nun aber mit wenigen geladenen Gästen begangen und live aus der evangelischen Kirche des Ortes gestreamt.

„Unser ganzes Land nimmt Anteil an dem, was Ihnen geschehen ist“, sagte Hessens Ministerpräsident Volker Bouffier (CDU). Nur wenige Tage nach den Morden in Hanau habe mit dem Anschlag in Volkmarsen die nächste Schockwelle das Land erfasst. Schock und Angst seien gewichen, die körperlichen Schäden weitgehend überwunden, „die seelischen Schäden aber werden bleiben“.

So schlimm der Anlass gewesen sei, sei doch außerordentlich tröstlich, was an Gemeinschaft erlebt worden sei, so Bouffier. Was bleibe, sei die Frage des Warum. Die Täter hätten immer das Ziel, die Gemeinschaft zerstören zu wollen. Die Täter aber dürften nicht obsiegen, die Gemeinschaft müsse weiter leben und gedeihen können und auch fröhlich feiern.

„Warum der Anschlag?“, fragte auch Bürgermeister Hartmut Linnekugel. Dieser werde auf alle Zeiten im kollektiven Gedächtnis bleiben. „Wir werden uns aber auch immer daran erinnern, dass wir Volkmarser zusammen stehen.“

Im Namen der Opfer sprach Petra Jäger. „Ich bin als Mutter und Oma betroffen und immer noch fassungslos, dass so etwas in unserer Stadt passieren musste. Es sollte ein Tag der Freude sein, es ist uns ein Alptraum passiert.“ Immer wieder stelle sich die Frage des Warums, und doch sei es wichtig, sich auf die nächste Karnevalsaison zu freuen.

Der heute 30 Jahre alte Maurice P. hatte am 24. Februar 2020 seinen 260 PS starken Wagen offenbar absichtlich in die Menschenmenge gelenkt, die den Rosenmontagszug feiern wollte. Bis heute ist es ein Rätsel, warum er das tat. Der Prozess gegen ihn wird voraussichtlich im Mai beginnen, mit einem Urteil wird nicht vor 2022 gerechnet.

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