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Viele Schulen in Hessen blieben geschlossen

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Von: Peter Hanack

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Ein zwölfjähriger Gymnasiast löst am Computer in seinem Zuhause seine Schulaufgaben, die ihm seine Lehrer für jeden Tag über den Schulserver geschickt haben.
Ein zwölfjähriger Gymnasiast löst am Computer in seinem Zuhause seine Schulaufgaben, die ihm seine Lehrer geschickt haben. © Ulrich Perrey/dpa

Vor allem Nord- und Osthessen von flächendeckenden Schließungen aufgrund der Wetterlage betroffen. Teils gab es Distanzunterricht, zumeist eine Notbetreuung.

Zahlreiche Schulen in Hessen haben den Unterricht am gestrigen Montag nur auf Distanz im Homeschooling angeboten oder ganz abgesagt. Vielerorts wurde eine Notbetreuung eingerichtet. Aber auch dort, wo Präsenzunterricht regulär hätte stattfinden sollen, sind viele Kinder und Jugendliche den Klassenräumen ferngeblieben.

„Ich habe meine Tochter heute morgen nicht losgeschickt, obwohl der Unterricht anscheinend ganz normal stattfinden sollte“, berichtete eine Mutter aus Hanau. „Lieber ein Tag ohne Schule als ein gebrochenes Bein“, argumentierte sie mit Blick auf die spiegelglatten Straßen und Gehwege.

Ganze Landkreise dicht

Das Kultusministerium hatte angesichts der erwarteten Witterungsbedingungen die Schulen dazu angehalten, nach Möglichkeit auf Distanzunterricht umzustellen und Notbetreuung anzubieten. Viele Schulleitungen und teilweise ganze Landkreise folgten diesem Aufruf.

Das sorgte auch unter den Schüler:innen nicht unbedingt für Freude. Vor allem dann nicht, wenn gar kein Unterricht vorgesehen war. Wie an einer Grundschule im Hochtaunuskreis, die am Montag mit allen Klassen das Stück „Peter Pan“ im Wiesbadener Staatstheater besuchen wollte. Mehrere Busse waren für den Ausflug gebucht, um 9 Uhr sollte es losgehen. Bis kurz vor knapp wartete die Schule, bevor sie die Sache abblies. „Leider haben wir den Kampf um die Theaterfahrt verloren“, verbreitete sie via E-Mail und WhatsApp. „Höhere Gewalt“, kommentierte eine Mutter.

In den Kreisen Hersfeld-Rotenburg, Lahn-Dill und Limburg-Weilburg blieben die Schulen flächendeckend geschlossen, ebenso im Schulamtsbezirk Fulda.

Präsenzpflicht aufgehoben

In Kassel dagegen war das Bild wie in vielen anderen Orten nicht ganz so einheitlich. Zwar blieben auch dort viele Schultore zu, zum Teil aber auch nur für die ersten beiden Schulstunden. Nicht überall wurde ersatzweise Distanzunterricht angeboten. Mitunter war es den Eltern auch freigestellt, ob sie ihre Kinder schicken wollten oder nicht. Darüber zu entscheiden, wie verfahren werden sollte, oblag den jeweiligen Schulleitungen bzw. Kreisen und Städten als Schulträger.

In Frankfurt war am Gymnasium Süd in Sachsenhausen die Präsenzpflicht aufgehoben, sagte Schulleiter Thomas Strauch. Wenn der Schulweg nicht zumutbar sei, könnten die Kinder zu Hause bleiben. Und das blieben einige. „Volle Klassen haben wir nicht“, so Strauch. Etwa die Hälfte der Kinder sei gekommen, es werde eine Notbetreuung angeboten. Normaler Unterricht laufe an so einem Tag nicht. Andere Frankfurter Schulen strichen den Präsenzunterricht komplett oder starteten erst zur dritten Stunde.

Eltern können entscheiden

Flächendeckende Schließungen habe es vor allem in Nord- und Osthessen gegeben, bilanzierte ein Sprecher des Kultusministeriums am Montagnachmittag. In Rhein-Main sei dies eher punktuell der Fall gewesen. Ohnehin hätten Eltern entscheiden können, ihr Kind zu Hause zu lassen, wenn ihnen der Schulweg zu gefährlich erschienen sei. Unfälle seien dem Ministerium nicht gemeldet worden. Insgesamt sei es, so der Sprecher, wohl „ganz gut gelaufen“. myk, pgh, sab

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