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Viele Kirchenaustritte im Bistum Limburg

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Von: Peter Hanack

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Steigende Preise, hohe Energiekosten und eine außerordentlich große Zahl von Kirchenaustritten belasten die finanzielle Situation im Bistum Limburg.
Steigende Preise, hohe Energiekosten und eine außerordentlich große Zahl von Kirchenaustritten belasten die finanzielle Situation im Bistum Limburg. © Imago

Der Jahresbericht belegt einen sehr großen Rückgang bei der Zahl der Katholiken und Katholikinnen. Noch fließen die Kirchensteuereinnahmen, doch hohe Energiekosten belasten die Gemeinden.

Steigende Preise, hohe Energiekosten und eine außerordentlich große Zahl von Kirchenaustritten belasten die finanzielle Situation im Bistum Limburg. Das geht aus dem nun veröffentlichten Jahresbericht für 2021 hervor. Die Lage bleibe über das aktuelle Jahr hinaus schwierig, heißt es darin.

Finanzdezernent Thomas Frings mahnte einen „strukturellen Wandel“ an, um weiterhin handlungsfähig zu bleiben. „Zwar sind die Kirchensteuererträge wieder leicht gestiegen“, berichtete er. Allerdings hätten diese nicht mehr das Niveau erreicht, das sie vor der Corona-Pandemie hatten.

90 000 Gläubige weniger

Vor allem die hohe Zahl der Kirchenaustritte reduziere den Handlungsspielraum. Die Energiepreise und die hohe Inflation wirkten sich auch auf das Bistum und die Kirchengemeinden aus. Generalvikar Wolfgang Rösch, der Leiter der Kirchenverwaltung, zeigte sich optimistisch. Das Bistum sei gut aufgestellt, um den Wandel aus eigener Kraft zu gestalten und weiterhin als Kirche in der Gesellschaft präsent sein zu können, sagte er.

Während die Zahl der Menschen im Bistum Limburg (zu dem auch Frankfurt gehört) wuchs, nahm die Zahl der katholischen Kirchenmitglieder deutlich ab, und zwar um rund drei Prozent im Vergleich zu 2020. Damit leben noch gut 560 000 Katholiken im Bistum, vor zehn Jahren waren es 90 000 mehr.

Schrumpfende Kirche

560 777 Katholik:innen lebten 2021 im Bistum Limburg. 2012 waren es noch 648 570 gewesen.

22,1 Prozent der Bevölkerung waren damit katholisch. 2012 lag der Anteil noch bei 27,2 Prozent.

Die Zahl der Gottesdienstteilnehmer:innen ging von 73 236 auf nur noch 22 615 zurück. pgh

Jahresbericht auf bistumlimburg.de

Fast 12 000 Menschen im Bistum haben 2021 die katholische Kirche verlassen, so viele wie noch nie in einem Jahr. In den Jahren davor waren es meist zwischen 8000 und 9000. Dennoch verzeichnet der Jahresbericht knapp 225 Millionen Einnahmen aus Kirchensteuern.

Immerhin konnte das Bistum so das Jahr 2021 mit einem Überschuss von 6,1 Millionen Euro abschließen. Mit 27 Millionen Euro wurden zudem die Rücklagen aufgestockt. Laut Jahresbericht flossen gut 90 Millionen Euro aus dem Kirchensteueraufkommen in die Seelsorge der Pfarreien. 25 Millionen Euro wurden für kirchliche Familien- und Generationenarbeit aufgewendet, dazu gehören auch die Zuschüsse zu den kirchlichen Kindertagesstätten. Dort werden rund 19 500 Kinder betreut.

Fortschritte bei Missbrauchs-Aufarbeitung

Der 164-seitige Bericht gibt auch einen Einblick in verschiedene Arbeitsfelder. So unterstützt Limburg mit dem „Eine-Welt-Fonds“ Projekte in anderen Ländern Europas, Afrika, Asien und Amerika. Insgesamt 5,8 Millionen Euro hat das Bistum seit 2014 für die Arbeit mit Geflüchteten zur Verfügung gestellt. Welche Fortschritte die Diözese 2021 in der Aufarbeitung und Prävention vor sexuellem Missbrauch (einer der Gründe für die vielen Kirchenaustritte) erzielt hat, wird ebenfalls dargelegt.

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