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Umweltverband gegen Wolfsjagd in Hessen

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Von: Hanning Voigts

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Sorgt gelegentlich für Diskussionen: Der Wolf. Foto: dpa
Sorgt gelegentlich für Diskussionen: Der Wolf. © dpa

Die FDP im hessischen Landtag fordert, eine Obergrenze für Wölfe in Hessen festzulegen. Der Naturschutzverbund BUND lehnt das kategorisch ab und spricht von „Panikmache“.

Der hessische Landesverband der Umweltschutzorganisation BUND hat sich in die Diskussion über eine erneute Jagd auf Wölfe in Hessen eingeschaltet. Die von der FDP geforderte Debatte um eine Begrenzung des Wolfsbestands sei „Panikmache“, teilte der BUND mit. „Eine Gefahr für Menschen geht vom Wolf nicht aus“, sagte Thomas Norgall, Naturschutzreferent des Verbandes. Die FDP verstärke „unbegründete Ängste“, rechtlich sei eine Bejagung des Wolfes zudem gar nicht zulässig. Für das Zusammenleben zwischen Mensch und Wolf sei vor allem guter Herdenschutz wichtig, betonte Norgall.

Der Hessische Landtag hatte in der vergangenen Woche über den seit 2019 nach Hessen zurückgekehrten Wolf diskutiert. Die FDP hatte dabei gefordert, eine Obergrenze von Tieren festzulegen, die ohne große Konflikte mit Weidetierhalter:innen akzeptabel sei. Die AfD hatte sich sogar dafür ausgesprochen, den Wolfsbestand in Hessen rasch wieder zu begrenzen.

Umweltministerin Priska Hinz (Grüne) hatte darauf verwiesen, dass es weniger als 15 Wölfe in Hessen gibt, die sehr gut überwacht würden. Eine Bejagung sei wegen des Schutzstatus illegal, aber auch nicht nötig, so die Ministerin. Weil in Hessen nur begrenzt Wald zur Verfügung stehe und sesshafte Rudel ihr Revier verteidigten, sei eine starke Ausbreitung des Wolfs nicht zu erwarten.

Der BUND teilte mit, das Wichtigste sei, Viehherden gut zu schützen. Wenn junge Wölfe, die ein eigenes Revier suchten, den Anblick von Viehherden mit Ärger und Stromschlägen verbänden, ließen sie Schafe oder Ziegen in Ruhe. Sesshafte Rudel, die nur Wild jagten, seien der beste Herdenschutz. Lediglich auf einzelne Tiere, die Probleme machten, sei die Jagd sinnvoll und auch jetzt bereits zulässig.

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