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Terrorverdächtiger aus Hessen: Karlsruhe übernimmt Ermittlungen

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Von: Pitt von Bebenburg

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CDU Mitgliederbefragung
Die CDU hat sich entsetzt geäußert, nachdem der Terrorverdacht gegen Marvin E. bekannt geworden war, der auf ihrer Kommunalliste in Spangenberg stand © Michael Kappeler/dpa (Archiv)

Der Generalbundesanwalt hat die Ermittlungen wegen Terrorverdacht gegen Marvin E. übernommen. Der Fall machte Schlagzeilen, weil E. auf der Liste der CDU im nordhessischen Spangenberg kandidierte.

Im Fall des Terrorverdächtigen Marvin E. aus dem nordhessischen Spangenberg hat der Generalbundesanwalt die Ermittlungen an sich gezogen. Das bestätigte eine Sprecherin der Bundesanwaltschaft in Karlsruhe am Donnerstag auf Anfrage der FR.

Dringender Tatverdacht

Gegen den 20-jährigen Tischlerlehrling bestehe „insbesondere der dringende Tatverdacht der Vorbereitung einer schweren staatsgefährdenden Gewalttat“, fügte die Sprecherin hinzu. Er sitze weiter in Untersuchungshaft.

Marvin E. war im September in Spangenberg festgenommen worden. Der Fall besitzt besondere politische Brisanz, weil der parteilose E. auf Listen der CDU im März für die Stadtverordnetenversammlung und einen Ortsbeirat in der nordhessischen Stadt kandidiert hatte.

Selbst gebaute Sprengkörper

Die Polizei hatte bei Marvin E. rund 600 selbst gebaute Sprengkörper und ein von ihm geschriebenes rassistisches Manifest gefunden, in dem er einen Rassenkrieg herbeifantasierte. Gegen ihn wird auch wegen Verdachts auf Volksverhetzung, Drogendelikte und die Verbreitung sogenannter Kinderpornografie ermittelt.

Der hessische Innenminister Peter Beuth (CDU) hatte im Innenausschuss des Landtags darüber berichtet, dass es inzwischen weitere Beschuldigte in dem Fall gebe. Der Minister machte aber keine Angaben zur Anzahl und zu den Vorwürfen. Auch die Bundesanwaltschaft äußert sich dazu nicht. Weitere Einzelheiten könne sie mit Blick auf die laufenden Ermittlungen nicht mitteilen, erläuterte die Sprecherin.

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