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Gesundheit

Studium für Hebammen jetzt auch in Hessen

  • Jutta Rippegather
    VonJutta Rippegather
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Hessen setzt die Reform mit 142 Plätzen für eine bessere Ausbildung des Nachwuchses um. Los geht es im Sommersemester 2022.

Die Hochschule Fulda war die Pionierin in Hessen. Demnächst können Hebammen dort und auch in Frankfurt ein duales Studium absolvieren, wie es der Gesetzgeber fordert. Mit 142 Plätzen pro Jahr stehen 22 mehr zur Verfügung als bisher, sagt Wissenschaftsministerin Angela Dorn (Grüne) am Mittwoch in Wiesbaden. 55 davon bekommt Frankfurt. Los geht es zum Sommersemester 2022.

Neulinge wie bereits praktizierende Hebammen können sich für den Bachelorstudiengang bewerben, der auch ins Masterstudium münden kann. Berufserfahrung kann bis zur Hälfte auf die Regelstudienzeit von acht Semestern angerechnet werden.

Erste Interessentinnen hätten sich schon gemeldet, sagt Frank Louwen, Leiter der Geburtshilfe und Pränatalmedizin am Frankfurter Universitätsklinikum. Die Goethe-Universität hat sich für das Vorhaben mit der Frankfurt University of Applied Sciences (UAS) zusammengeschlossen, damit beide ihre Stärken einbringen können. Die einstige Fachhochschule sorgt etwa für rechtliche, betriebswirtschaftliche oder sozialwissenschaftliche Expertise, den wissenschaftlichen und praktischen Teil übernimmt die Uniklinik. Weitere sieben große Krankenhäuser in Frankfurt, Offenbach, Wiesbaden und Darmstadt kooperieren, an die wiederum kleinere Häuser angedockt sind.

Reform

Die Hebammenausbildung wurde zum Jahresanfang 2020 reformiert. Der Nachwuchs soll in akademischen Regelstudiengängen in einem dualen Studium ausgebildet werden. Die Übergangsfrist endet 2023.

Deutschland ist der WHO-Empfehlung als letztes EU-Mitglied gefolgt. Der Hebammenverband fordert seit Jahrzehnten eine Ausbildung auf Hochschulniveau. jur

Das neue Studienkonzept sehe vor, dass die angehenden Hebammen schon früh mit Medizinstudierenden in Kontakt treten können, ergänzt Roger Erb, der Vizepräsident für Studium und Lehre der Goethe-Universität. Die interdisziplinäre Zusammenarbeit sei wichtig für den Beruf.

„Die praktisch orientierte Lehre an der Hochschule wird in unserem hochmodernen, computergestützten Hightech-Skills-Lab umgesetzt“, sagt René Thiele, Vizepräsident für Studium und Lehre an der UAS. In dem wie ein Kreißsaal ausgestatteten Labor könnten parallel unterschiedliche Situationen des Geburtsprozesses praktisch erprobt werden. Die Geburt werde mit Simulationspuppen nachgestellt, Problemsituationen würden durchgespielt. „Als ein Alleinstellungsmerkmal des Studiengangs wird die Weiterbildung zur Praxisanleitung zu wesentlichen Teilen bereits innerhalb des Studiengangs sichergestellt.“

Wie Ministerin Dorn erläutert, hat die Landesregierung für die Hebammenausbildung im Zeitraum von 2021 bis 2027 rund 22 Millionen Euro eingeplant. Die Finanzierung der Studierenden selbst erfolgt über Krankenhäuser, die das Geld von den Krankenkassen bekommen. Weitere Kooperationen gibt es zwischen der Hochschule Fulda und der Universität Marburg sowie dem Uniklinikum Gießen und Marburg.

In den nächsten beiden Jahren sollen Studiengänge eingerichtet werden mit UAS, Goethe-Uni, Uniklinik Frankfurt, Technischer Hochschule Mittelhessen sowie Uni und Uniklinik Gießen. Damit, sagt Dorn, „werden Nord-, Mittel- und Südhessen gut abgedeckt und die Grundversorgung in Hessen sichergestellt“.

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