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Corona-Schnelltest
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Ein Corona-Schnelltest.

Corona-Pandemie

Start für Schnelltests wird wohl ruckelig

  • Jutta Rippegather
    VonJutta Rippegather
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Das kostenlose Angebot gilt ab Montag, doch die Umsetzung geht nicht so schnell

Von Montag an hat jeder Mensch in der Republik den Anspruch auf einen kostenlosen Antigenschnelltest pro Woche. Was in Hessen bereits für Lehrer:innen und Erzieher:innen gilt, wird auf alle ausgeweitet. Mit einem reibungslosen Start ist allerdings nicht zu rechnen. Der Beschluss der Ministerpräsident:innen mit der Kanzlerin stammt von Mittwochabend. Bis Freitagnachmittag war noch offen, wie er in Hessen umgesetzt werden soll. Nach 16 Uhr stieg dann doch noch weißer Rauch auf: Die Regelung in der Testverordnung des Bundesgesundheitsministeriums stehe zwar noch aus. Doch die Grundlagen für die Umsetzung seien geschaffen, teilte das hessische Sozialministerium mit.

Die Akteure haben sich verständigt, den Testanspruch „zeitnah umzusetzen“. Das sind Kassenärztliche Vereinigung (KV), Kassenzahnärztliche Vereinigung Hessen, die Landesapothekerkammer, die Kommunen, der Hessische Städte- und der Landkreistag. „Wir werden alles dafür tun, was uns möglich ist, um ab Montag in unseren Testcentern Schnelltests durchführen zu können“, versicherte der KV-Vorstand. Er bitte allerdings um „Verständnis dafür, dass dies sicherlich nicht direkt ruckelfrei und ohne Wartezeiten möglich ist“.

Um Geduld bat auch Christian Geselle (SPD), Präsident des Hessischen Städtetags und Kasseler Oberbürgermeister: Es können nicht erwartet werden, dass die notwendige Logistik innerhalb von wenigen Tagen zu organisieren sei. „Wir sind aber optimistisch, dass sich mit den Partnern vor Ort die Testkapazitäten zeitnah ausbauen lassen.“

Bouffier irrt

Bei Hessens Ministerpräsident Volker Bouffier (CDU) hatte das am Donnerstag noch ganz anders geklungen. Der Markt sei mit Antigenschnelltests überschwemmt. Testwillige könnten ab Montag einfach in Apotheken, Arztpraxen, kommerzielle wie KV-Testcenter gehen. Müssten auch nicht finanziell in Vorlage treten. „Die wissen dort alle Bescheid“, hatte er in der Pressekonferenz gesagt.

Ein Irrtum des Ministerpräsidenten. Bis Freitagmittag war in den Arztpraxen und auch bei der KV noch nicht einmal klar, wie sie an das notwendige Material kommen sollten. Die Beschaffung der Antigenschnelltests zur professionellen Anwendung erfolgten nach wie vor in eigener Verantwortung, erfuhr die FR aus dem Sozialministerium.

Stehen wenigstens ausreichende Mengen zur Verfügung? Sie gehe nicht davon aus, dass es zu Engpässen kommen könnte, sagte die Sprecherin des Hessische Apothekerverbands (HAV), Katja Förster. „Bei unseren Apotheken laufen die Faxe mit Angeboten heiß.“ Es gebe Apothekerinnen und Apotheker, die schon jetzt für Selbstzahler Antigenschnelltests anböten. Die könnten das theoretisch ab Montag auch auf Kosten des Bundesregierung anbieten. „Aber die Abrechnungsmodalitäten sind noch nicht geklärt.“ Auch seien immer weniger bereit, das Risiko einer Ansteckung in Kauf zu nehmen. „Die testenden Mitarbeiter sind in unmittelbarem Kontakt mit den Patienten und damit trotz umfassender Arbeitsschutzmaßnahmen einem erhöhten Infektionsrisiko ausgesetzt“, stellt Holger Seyfarth, Vorsitzender des HAV, fest. Daher sei die Coronavirus-Impfverordnung anzupassen und testendes Apothekenpersonal unverzüglich zu impfen.

Unterdes fordert die SPD-Fraktion im Landtag, den vom Lockdown betroffenen Unternehmen ebenfalls kostenlose oder zumindest vergünstigte Schnelltests zur Verfügung zu stellen. „Sie sind ein wichtiger Baustein in dem Bemühen, das öffentliche Leben und die wirtschaftliche Tätigkeit wesentlicher Branchen wieder in Gang zu bringen“, sagt der wirtschaftspolitische Sprecher der SPD-Fraktion, Tobias Eckert. Das sei Wirtschaftförderung. Die Landesregierung müsse dafür schnell die Kostenübernahme erklären und mit den betroffenen Branchen und Institutionen eine Teststrategie erarbeiten.

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