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Wer ein Instrument lernen will, muss meist erst einmal tief in die Tasche greifen.

Politik

SPD fordert Musik für alle

  • Pitt v. Bebenburg
    vonPitt v. Bebenburg
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Ein Instrument zu lernen soll erschwinglich werden – durch deutlich mehr Geld vom Land. Das verlangt die SPD in Hessen und erläutert, was das auch für Lehrkräfte bedeuten würde.

Viele hessische Musikschulen verfügen über so wenig Geld, dass sie erkleckliche Elternbeiträge nehmen müssen und ihre Lehrkräfte trotzdem nur schlecht bezahlen können. Das beklagt die SPD und fordert Abhilfe vom Land.

In der nächsten Woche steht im Parlament ihr Gesetz zur Debatte. Danach soll das Land seine Förderung von derzeit drei Millionen Euro im Jahr vervielfachen. Innerhalb von zehn Jahren solle die Summe auf jährlich 23 Millionen Euro angehoben werden, forderte der SPD-Bildungspolitiker Christoph Degen am Donnerstag. Dafür sollten die Mittel Jahr für Jahr um zwei Millionen Euro erhöht werden.

Degen sagte, es gehe um „Chancengleichheit“, damit auch Kinder aus ärmeren Familien sich Musikunterricht leisten könnten. Das Erlernen eines Musikinstruments werde immer mehr zu einem Privileg der finanziellen Eliten, „und dieser Entwicklung wollen wir etwas entgegensetzen“, betonte Degen. Zugleich solle das Gesetz bessere Arbeitsbedingungen und Bezahlung für das Lehrpersonal bringen.

Rund 114 000 Kinder, Jugendliche und Erwachsene werden derzeit an den gut 100 hessischen Musikschulen unterrichtet. Sie lernen zu singen oder ein Instrument zu spielen, mit der Unterstützung von etwa 3000 Lehrkräften.

Darbende Musiklehrkräfte

Doch die Musiklehrerinnen und -lehrer verdienen teilweise so wenig, dass sie nach jahrzehntelanger Tätigkeit in Altersarmut rutschen, weil die Rente nicht reicht. Nur die wenigen Musikschulen in kommunaler Trägerschaft könnten nach dem Tarif des öffentlichen Dienstes bezahlen und damit deutlich mehr als die Mehrheit der Schulen, die von Vereinen getragen wird.

Das berichtete Joachim Arndt, der die Musikschule im nordhessischen Baunatal leitet. Dabei trügen die Musikschülerinnen und -schüler oder ihre Eltern bereits mehr als zwei Drittel der Kosten durch Gebühren bei.

Die SPD argumentiert, dass in Hessen ein besonderer Nachholbedarf bestehe. Hier flössen lediglich 3,22 Euro pro Einwohner in die Arbeit der Musikschulen, während es im Bundesdurchschnitt fast doppelt so viel sei.

Die Musikschulen sollen nach Auffassung der SPD bestimmte Bedingungen erfüllen, um von der höheren Landesförderung zu profitieren. So sollten sie nur staatlich anerkannt werden, wenn sie nach dem Tarif des öffentlichen Dienstes bezahlen und ihren Beschäftigten entsprechende Urlaubstage einräumen.

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