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Hessen

Sorge um Trinkwasser an der A49

  • Jutta Rippegather
    vonJutta Rippegather
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Ausbaugegner fordern Nachbesserung beim Gewässerschutz und bis dahin einen Baustopp. Die Landesbehörde sieht keine Gefahr

Die Folgen der neuen Autobahn A49 für das Grundwasser sind nach Ansicht der Gegner:innen des Projekts nicht ausreichend berücksichtigt. „Wir fordern einen sofortigen Baustopp bis zum Ende des Planergänzungsverfahren“, sagte Barbara Schlemmer, Sprecherin des Aktionsbündnisses „Keine A49“, am Montag in Dannenrod, dem Stadtteil von Homberg/Ohm, der durch die Waldbesetzung Ende 2020 bekannt wurde. Sie sei „sehr erschüttert“, dass das Land die Mängel akzeptiere. Die Daseinsvorsorge der Bevölkerung müsse oberste Priorität genießen, forderte Schlemmer. Kurz danach präsentierte das hessische Verkehrsministerium das Ergebnis einer Prüfung der am Regierungspräsidium in Gießen angesiedelten Oberen Wasserbehörde. Demnach ist der Schutz der Gewässer gewährleistet.

Die Linke im Landtag hatte eine fachgutachterliche Stellungnahme bei RegioConsult in Marburg Auftrag gegeben. Darin zeigen die Experten schwerwiegende Mängel im Gewässerschutz beim Neubau der A49 zwischen Stadtallendorf und Gemünden auf. Unter anderem sei die Belastung der Autobahnabwässer mit Benzo(a)pyren falsch berechnet worden, sagte Wulf Hahn von RegioConsult. Der krebserregende Schadstoff entsteht aus Abgasen von Verbrennungsmotoren.

A49

Der Lückenschluss von 31 Kilometern soll Kassel und Gießen direkter miteinander verbinden. Dafür waren im Maulbacher Wald, aber auch im nahegelegenen Herrenwald bei Stadtallendorf (Landkreis Marburg-Biedenkopf) sowie im Dannenröder Forst nahe Homberg/Ohm Bäume gefällt worden.

Befürworter versprechen sich von dem sei 40 Jahren geplanten Vorhaben einen schnellere Anbindung an die Metropolen. Die Gegner befürchten mehr Verkehrslärm und kämpfen gegen die Umweltzerstörung. jur

Es fehlten Abwehrbrunnen gegen die Grundwasserverunreinigung an der Gleentalbrücke, so Hahn weiter. Die geplante Technik zur Ableitung der Abwässer entspräche seit Jahren nicht mehr dem aktuellen Stand. Und die Eingriffe in das Grundwasser durch 25 Meter tiefe Brückenpfeiler seien nicht untersucht worden. Sein Fazit: „Mit den vorliegenden Planungen wird das Verschlechterungsverbot der Wasserrahmenrichtlinie nicht vollständig eingehalten und es wird gegen das Wasserhaushaltsgesetz verstoßen.“

Der stellvertretender Vorsitzende der Linken, Jan Schalauske, warf dem hessischen Verkehrsminister vor, seiner Pflicht nicht nachzukommen: „Die Verantwortung ist auch nach der Übergabe der Zuständigkeit an die Autobahn GmbH bei Hessens Minister Tarek Al-Wazir (Grüne) geblieben.“ Aus fachlicher Sicht, so Schalauske, hätte dessen Ministerium das Gutachten zur Überprüfung der Einhaltung der Wasserrahmenrichtlinie zurückweisen müssen. „Für eine Planaufsichtsbehörde grenzt es an Verleugnung, es als Nachweis der Unbedenklichkeit des Autobahnbaus für das Oberflächen-, Grund und Trinkwasser zu akzeptieren.“

Der Schutz des Grund- und Trinkwassers werde „sehr genau überwacht“, heißt es in der Mitteilung des Ministeriums von Montag. Die Obere Wasserbehörde bescheinige dem kritisierten Fachbeitrag zwar „kleinere redaktionelle Mängel und Ungenauigkeiten in der Darstellung“. Diese stellten aber nicht die Kernaussage in Frage. Gleiches gelte „für punktuelle Schwächen der Darstellung in Bezug auf Schadstoffeinträge und vorgeschriebene Schwellenwerte“.

Im Ergebnis sei eine Verschlechterung des Grundwasserkörpers auszuschließen. Das Ministerium nehme die Anregungen „sehr ernst“ und werde die Obere Wasserbehörde beim Ausarbeiten der sogenannten Ausführungsplanung beteiligen. „Dadurch wird sichergestellt, gegebenenfalls erforderliche Änderungen und Ergänzungen zum Gewässerschutz durchzusetzen.“ Ein weiteres wasserrechtliches Verfahren schließt das Ministerium ausdrücklich nicht aus.

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