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So oft sind Lehrkräfte in Hessen krank

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Von: Peter Hanack

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Wie oft fällt der Unterricht aus? Ein neues Programm soll das nun genau analysieren. Foto: Michael Schick
Wie oft fällt der Unterricht aus? Ein neues Programm soll das nun genau analysieren. Foto: Michael Schick © Michael Schick

In den hessischen Schulen werden Fehlzeiten nun zentral erfasst. Bald soll auch klar werden, wie viel Unterricht tatsächlich ausfällt. Fünf Prozent sind in Elternzeit oder im Mutterschutz.

Wie viele Lehrkräfte sind krank oder fehlen wegen Mutterschutz oder Elternzeit? Für wie viele Tage? Und wie viel Unterricht fällt aus? Lange wusste Hessens Kultusministerium darauf keine Antwort – oder wollte keine wissen. Nun aber werden zumindest schon einmal die Fehlzeiten statistisch erfasst, Zahlen zum Unterrichtsausfall sollen folgen. Das Programm „Fehlzeit Lehrkraft in Schule“, kurz „FLiS“, macht dies möglich.

Seit Oktober gibt es „FLiS“ an Hessens Schulen. Und soll mehr Transparenz in den Unterrichtsbetrieb bringen. Die ersten Ergebnisse dazu hat Kultusminister Alexander Lorz (CDU) nun anlässlich eines Berichtsantrags der FDP-Landtagsfraktion vorgestellt.

Hoher Krankenstand an Förderschulen

Demnach waren im November genau 9991 der 63 935 hessischen Lehrkräfte mehr als drei Tage erkrankt. 3479 befanden sich in Elternzeit oder im Mutterschutz, also rund fünf Prozent der Kollegien – wobei der Anteil sich in allen Schulformen mit Ausnahme der Beruflichen Schulen in etwa auf dem gleichen Niveau bewegt. Am größten ist der Anteil mit 6,2 Prozent an den Förderschulen, an den Grundschulen sind es 5,7, an den Gymnasien 4,8 Prozent. An Berufsschulen sind es 3,3 Prozent.

Moritz Promny, Bildungsexperte der FDP im Landtag, hätte gerne noch mehr gewusst – beispielsweise, wie viele Lehrkräfte längerfristig, also länger als sechs Wochen, im Krankenstand sind. Aber dafür ist es noch zu früh.

Nicht alles wird gezählt

Das liegt daran, dass die Auswertung der täglich übermittelten Daten jeweils zur Mitte des Folgemonats erfolgt. Zahlen für November – seitdem arbeitet „FLiS“ – liegen also Mitte Dezember, die für Dezember erst Mitte Januar vor. Um zu sagen, wie viele Lehrkräfte tatsächlich seit Anfang November mindestens sechs Wochen unpässlich waren, muss man sich also noch ein klein wenig gedulden.

Als „Abwesenheit“ im Sinne von „FliS“ gelten übrigens lediglich Krankheit; Fehlzeiten wegen eines kranken Kindes sowie unerlaubtes Fehlen, Abwesenheiten, die aufgrund von Klassenfahrten, Praktikumsbesuchen oder Fortbildungen entstehen, werden in dem Programm nicht erfasst. Dabei handele es sich ja auch nicht um Fehlzeiten, wie Kultusminister Lorz erläuterte, sondern um dienstlich bedingte Abwesenheiten. Zudem entspreche man damit einem Wunsch des Personalrats.

Zum Schuljahr 2023/2024 soll es dann auch eine Anwendung zur Erfassung von Unterrichtsausfall geben. Auf diese Zahlen warten viele gespannt.

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