Bitte deaktivieren Sie Ihren Ad-Blocker

Für die Finanzierung unseres journalistischen Angebots sind wir auf die Anzeigen unserer Werbepartner angewiesen.

Klicken Sie oben rechts in Ihren Browser auf den Button Ihres Ad-Blockers und deaktivieren Sie die Werbeblockierung für FR.de. Danach lesen Sie FR.de gratis mit Werbung.

Lesen Sie wie gewohnt mit aktiviertem Ad-Blocker auf FR.de
  • Zum Start nur 0,99€ monatlich
  • Zugang zu allen Berichten und Artikeln
  • Ihr Beitrag für unabhängigen Journalismus
  • Jederzeit kündbar

Sie haben das Produkt bereits gekauft und sehen dieses Banner trotzdem? Bitte aktualisieren Sie die Seite oder loggen sich aus und wieder ein.

Türkischuntericht in der 11. Klasse: In NRW gibt es das, in Hessen dagegen nicht. Hier eine Schule in Köln.
+
Türkischuntericht in der 11. Klasse: In NRW gibt es das, in Hessen dagegen nicht. Hier eine Schule in Köln.

Kommentar

Signal der Spaltung

  • Pitt von Bebenburg
    VonPitt von Bebenburg
    schließen

Wer gut Türkisch spricht, verfügt über eine wichtige Kompetenz. Deshalb sollte auch die wichtigste Herkunftssprache an hessischen Schulen als Fremdsprache belegt werden können, statt sie auszugrenzen. Der Kommentar.

Im Wahlprogramm der hessischen Grünen standen vor drei Jahren kluge Sätze über den Fremdsprachen-Unterricht an hessischen Schulen. „Die zu uns eingewanderten Schüler:innen haben ihre Herkunftssprache als Kompetenz mitgebracht“, hieß es darin. „Die Herkunftssprachen sehen wir als Beitrag zur Mehrsprachigkeit von Schüler:innen, die es zu erhalten und zu fördern gilt, indem mehr Herkunftssprachen als zweite oder dritte Fremdsprache angeboten werden.“

Ausgerechnet Türkisch bleibt außen vor

Genau so wäre es richtig. Doch was die schwarz-grüne Landesregierung jetzt tut, wird diesem Grundgedanken nicht gerecht. Zwar führt Hessen mit Arabisch eine häufige Herkunftssprache als zweite und dritte Fremdsprache ein. Doch die wichtigste Herkunftssprache hessischer Schülerinnen und Schüler, die türkische Sprache, bleibt außen vor.

Klar: So ein Angebot kann nur funktionieren, wenn genügend Schülerinnen und Schüler sich dafür interessieren. Aber Nordrhein-Westfalen zeigt, dass ein solches Interesse an Türkischunterricht besteht. Dort wird die Sprache seit über einem Jahrzehnt nicht nur als herkunftssprachlicher Unterricht ohne Versetzungsrelevanz angeboten, sondern als zweite und dritte Fremdsprache.

Die schwarz-grüne Koalition sendet mit ihrer Entscheidung gegen das Fach Türkisch sicher ungewollt ein Signal der Spaltung. Genau so kommt es aber in der Community an. Das ist fatal. Daher sollten die Verantwortlichen noch einmal in sich gehen und die Entscheidung revidieren.

Konsularunterricht ist nur eine Notlösung

Nebenbei könnte ein qualifizierter Fremdsprachenunterricht deutlich machen, dass das derzeitige Modell des herkunftssprachlichen Unterrichts nicht die Zukunft sein sollte. Dieser Unterricht wird nicht von hessischen Lehrkräften, sondern von Konsularlehrkräften der fremden Staaten angeboten. Auch wenn das Kultusministerium dieses Angebot kontrolliert, kann es nur eine Notlösung darstellen. Ein echtes Fach Türkisch wäre ein wichtiger Schritt in eine andere Richtung.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare