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Schule in Not: Hessen fehlen die Lehrkräfte

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Von: Peter Hanack

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Regulären Unterricht abzuhalten, wird an vielen Schulen zunehmend schwierig.
Regulären Unterricht abzuhalten, wird an vielen Schulen zunehmend schwierig. © dpa

Volle Klassen, leere Lehrerzimmer: Abhilfe für die Misere ist nicht in Sicht. Und das sind nicht die einzigen Probleme.

Aller Wahrscheinlichkeit nach ist es nicht der am heißesten begehrte Job in einer künftigen Landesregierung. Wer das Amt des Kultusministers übernimmt, bekommt es mit einer überbordenden Menge an Aufgaben zu tun.

Da ist zuallererst der Mangel an Lehrkräften. Jahrzehntelange Trägheit in den Akquise künftiger Lehrer und Lehrerinnen hat dazu geführt, dass diese kaum noch zu finden sind, wo es Stellen zu besetzen gibt. In der Folge arbeiten immer mehr lediglich mehr oder minder qualifizierte Hilfs- und Aushilfslehrkräfte in hessischen Klassenzimmern. Mancherorts gibt es mehr Quereinsteiger:innen und Vertretungskräfte als grundständig ausgebildete Lehrer:innen.

Große Werbekampagne

Da ist kurzfristig kaum Abhilfe zu schaffen. Zwar wurden bereits die Ausbildungskapazitäten an den Hochschulen ausgebaut, wurde die Betreuung von Referendar:innen an den Schulen wenigstens eine wenig verbessert, läuft eine großangelegte Werbekampagne des Landes. Bis die Neuen aber tatsächlich in den Schulen ankommen, vergehen noch mindestens fünf bis sieben Jahre. Wer immer auch künftig Hessens Schulpolitik gestaltet, beginnt sein Amt mit dieser (Alt-)Last.

Derweil gibt es an den Schulen mehr als genug zu tun. Die Digitalisierung steckt vielerorts noch immer in den Anfängen. Immer mehr Kinder beginnen ihre Schulkarriere mit einer bestenfalls unzureichend zu nennenden sozialen Grundausstattung, da ist neben pädagogischem Geschick zusätzlich eine psychologische oder/und sozialpädagogische Betreuung erforderlich.

Viele Geflüchtete

Gleichzeitig kommen anhaltend viele Seiteneinsteiger und Seiteneinsteigerinnen in die Schulen, die über keine oder nur geringe Deutschkenntnisse verfügen. Nach wie vor völlig ungeklärt ist der Umgang mit den zahlreichen Geflüchteten aus der Ukraine, die zwischen hoffentlich baldiger Heimkehr und notwendiger, auf dauerhaften Aufenthalt angelegter Integration mäandern.

Dass viele Schulbauten darüber hinaus marode sind, ist eine ganz andere Baustelle. Denn dafür sind dann andere zuständig. pgh

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