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Ab Ende 2022 halten in Bad Homburg auch Wasserstoffzüge. Die HLB würde sie gerne betreiben. M. Schick
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Ab Ende 2022 halten in Bad Homburg auch Wasserstoffzüge. Die HLB würde sie gerne betreiben. M. Schick

Verkehr

Schienenverkehr in Hessen: Die Landesbahn expandiert

  • Jutta Rippegather
    VonJutta Rippegather
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Der Staatskonzern zieht eine positive Jahresbilanz und will weiter wachsen. Statt der DB Regio wird er künftig den Mittelhessenexpress betreiben.

Die Hessische Landesbahn (HLB) ist auf Expansionskurs. 350 zusätzliche Beschäftigte benötigt der Konzern in den nächsten drei Jahren, um die neuen Aufgaben zu bewältigen. In den vergangenen drei Jahren hat das Landesunternehmen drei internationale Ausschreibungen für sich entschieden: Neu und zugleich der dickste Brocken ist der Mittelhessenexpress, den die HLB von Dezember 2023 an bedienen wird. Verteidigen konnte der Konzern die Netze Wetterau und Lahntal-Vogelsberg-Rhön. In dem ersten werden von Dezember 2022 an fabrikneue Fahrzeuge eingesetzt, die die Fahrgäste noch besser an den Ballungsraum Frankfurt anbinden. In dem zweiten werde der Fahrplan ausgeweitet, sagte Geschäftsführer Veit Salzmann am Dienstag in Frankfurt.

Dafür gelte es, jetzt zusätzliches Personal zu gewinnen. Im Moment sehe es auf dem Fachkräftemarkt recht gut aus. Finanzielle Sorgen treiben den HLB-Chef ebenfalls nicht. Der staatliche Rettungsschirm habe die Branche vor pandemiebedingten Einbrüchen bewahrt. Keine Ausschreibung sei verloren worden. Und spätestens in zwei Jahren rechnet er wieder mit Fahrgastzahlen auf Vor-Corona-Niveau.

Der Konzern

Außer mit Zügen ist die Hessische Landesbahn (HLB) auch mit Bussen unterwegs. Unter anderem neuerdings mit drei Elektrofahrzeugen im Main-Taunus-Kreis.

Der Umsatz lag im vergangenen Jahr bei 278 Millionen Euro. Das Eisenbahnverkehrsunternehmen selbst verzeichnet ein Ergebnis von 1,4 Millionen Euro. Inklusive Beteiligungsunternehmen lag das Konzernergebnis bei 2,7 Millionen Euro. Für 2021 erwartet die HLB ein Ergebnis von 2,1 Millionen Euro.

Die Verkehrsleistung soll sich in den kommenden vier Jahren von derzeit 16 Millionen auf 20 Millionen Zugkilometer erhöhen. jur

Salzman hob die große wirtschaftliche Bedeutung des Mittelhessenexpress vor, den bisher die DB Regio betreibt. „Mit diesem Auftrag können wir unsere Leistungen langfristig in unserer Kernregion weiter ausbauen.“ Die Fahrgäste würden auf der zentralen Verkehrsachse mit modernen Neufahrzeugen ein zuverlässiges komfortables Angebot erhalten. Der Rhein-Main-Verkehrsverbund (RMV) hat die HLB für 15 Jahre damit beauftragt, das Netz zu betreiben, das Frankfurt mit Gießen, Dillenburg, Marburg, Schwalmstadt-Treysa sowie Hanau mit Friedberg verbindet.

Nach Angaben des Geschäftsführers hat das Landesunternehmen im vergangenen Jahr 20 neue Arbeitsplätze geschaffen, die Zahl der Beschäftigten liegt nun bei 1960. Geht es nach ihm, dann setzt sich dieser Zuwachs fort. Die HLB hat sich an der Ausschreibung der Ländchesbahn und der Regiotram Kassel beteiligt, sie interessiert sich auch für die Schienenstrecken nach Hungen und Wölfersheim, die reaktiviert werden sollen. Gerne würde Salzmann das Taunusnetz betreiben, in dem vom Fahrplanwechsel 2023 an wasserstoffgetriebene Züge eingesetzt werden.

Alternative Antriebstechniken werden auch in der neuen Schienenfahrzeugwerkstatt in Butzbach eine große Rolle spielen. Rund 70 Millionen Euro investiert die HLB nach derzeitigem Stand in das 150-Meter-Gebäude, in dem sie das Gros ihrer Fahrzeuge künftig selbst warten will. Auf dem 70 000 Quadratmeter großen Gelände sollen auch Verwaltungs- und Sozialräume für rund 65 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter entstehen.

Salzmann spricht von einem „weiteren Meilenstein“ in der Unternehmensgeschichte. „Unser Ziel ist es, mit der neuen Werkstatt die Wertschöpfung im Unternehmen zu erhöhen, die Qualität der Instandhaltung zu verbessern und damit die Zuverlässigkeit der Angebote für unsere Fahrgäste und die Aufgabenträger zu stärken.“

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