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Rhein gedenkt der Opfer von Hadamar

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Von: Pitt von Bebenburg

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Der im Originalzustand erhaltene Tötungstrakt im Keller der früheren Tötungsanstalt im mittelhessischen Hadamar.
Der im Originalzustand erhaltene Tötungstrakt im Keller der früheren Tötungsanstalt im mittelhessischen Hadamar. © Rolf K. Wegst

Der Landtagspräsident erinnert an die Ermordung kranker Menschen im Nationalsozialismus.

Der Präsident des Hessischen Landtages und designierte Ministerpräsident Boris Rhein (CDU) erinnert an die Befreiung der einstigen Tötungsanstalt Hadamar durch US-amerikanische Soldaten vor 77 Jahren. „Gedenkstätten wie diese symbolisieren nicht nur die Beschämung der Menschheit im Angesicht dieser unerklärlichen und unvergleichbaren Verbrechen. Sie sind vor allem ein Teil unserer Erinnerungskultur“, heißt es in Rheins vorab verbreitetem Grußwort für eine Gedenkveranstaltung am heutigen Samstag.

Fast 14.500 Menschen getötet

In Hadamar (Kreis Limburg-Weilburg) hatten die Nationalsozialisten zwischen 1941 und 1945 annähernd 14 500 Menschen mit Behinderungen und psychischen Erkrankungen ermordet. Die Opfer wurden in einem sogenannten „Euthanasie“-Programm vergast, durch Injektionen getötet oder durch eine gezielt eingesetzte „Hungerkost“ ums Leben gebracht.

Boris Rhein hob hervor: „Wer sich erinnert, vergegenwärtigt und sucht nach Antworten auf die vielen Fragen: Warum konnte das geschehen, was hier geschah? Wie war das möglich? Und warum haben so viele mitgemacht oder weggesehen?“

Lange Zeit der Verdrängung

Die stellvertretende Fraktionschefin der Grünen, Martina Feldmayer (Grüne) erinnerte daran, dass der Umgang mit der Geschichte der Tötungsanstalt in Hessen lange Zeit „von Verdrängung sowie Ablehnung der Erinnerung“ geprägt gewesen sei. „Spät, erst durch eine Gruppe von Menschen in den 80er Jahren, ist die Aufarbeitung weitergegangen.“ Vieles sei auch nach fast 80 Jahren noch nicht erforscht. Der Landtag habe daher eine Studie angestoßen. Sie solle sich mit den Opfern , zu den Opfern der sogenannten Euthanasie weiteren hessischen Anstalten in Idstein, Eltville und Weilmünster beschäftigen.

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