Gastbeitrag

Rassismus entgegentreten

Von Susanne Selbert, Landesdirektorin des Landeswohlfahrtsverbandes Hessen und Aufsichtsratesvorsitzende der Vitos GmbH.

Das neue Bundesteilhabegesetz erlaubt uns mehr denn je, den einzelnen Menschen mit seinen Wünschen, Zielen und Fähigkeiten zu sehen und nicht seine Behinderung in den Vordergrund zu stellen. Der individuelle Ansatz ist uns als Landeswohlfahrtsverband Hessen ein besonderes Anliegen, denn wir haben mit unserer Gründung im Jahr 1953 auch die ehemaligen hessischen Landesheilanstalten und damit das Erbe der menschenverachtenden NS-Euthanasie-Verbrecher übernommen.

Es ist uns wichtig, die Erinnerung als Mahnung wachzuhalten und die Verantwortung wahrzunehmen, die wir für behinderte, psychisch kranke und sozial benachteiligte Menschen tragen, deren Unterstützung wir hessenweit finanzieren. Nur so können wir eine offene, tolerante Gesellschaft sein, die allen ermöglicht, gleichberechtigt am gesellschaftlichen Leben teilzuhaben.

Uns beunruhigt der wachsende Rechtsextremismus, den wir deutschlandweit beobachten müssen, bei uns in Hessen zuletzt in Hanau. Dies bereitet uns große Sorgen. Andererseits können wir feststellen, dass dem Rechtsextremismus vielfältige Initiativen gegenüber stehen, die Rassismus entschieden entgegentreten und für Toleranz, Offenheit und Miteinander kämpfen.

Der LWV beteiligt sich an solchen Initiativen wie der Aktion Offen für Vielfalt oder der Charta der Vielfalt im Arbeitsleben. Besonders gern habe ich bei der Auswahl der Preisträger zum Walter-Lübcke-Demokratie-Preis mitgewirkt. Sie stehen für gesellschaftlichen Zusammenhalt und gegenseitigen Respekt, wie Robert Erkan aus Hanau. Und viele, viele andere Bürgerinnen und Bürger aus Hessen. Das persönliche Engagement macht Mut und erlaubt einen positiven Blick auf die Zukunft in Hessen.

Auch die Frankfurter Rundschau bezieht täglich Stellung gegen Rechtsextremismus und Rassismus. Wir danken den Redakteurinnen und Redakteuren und gratulieren der FR herzlich zum 75. Geburtstag.

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