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Roma-Diskriminierung auf Campingplatz in Hessen: Fehlendes Unrechtsbewusstsein verstört

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Hier entlang geht‘s zum Campingplatz – nur nicht für alle.
Hier entlang geht‘s zum Campingplatz – nur nicht für alle. © Martin Schutt/dpa

Ein Campingplatz-Betreiber lässt keine Roma und Sinti ein. Das fehlende Unrechtsbewusstsein des Betreibers ist verstörend. Ein Kommentar.

Ganz klar: Wer sich auf einem Campingplatz daneben benimmt und andere Urlauberinnen und Urlauber behelligt, darf des Platzes verwiesen werden. Ganz klar aber auch: Niemand darf wegen seiner Abstammung, Hautfarbe oder der Zugehörigkeit zu einer ethnischen Gruppe ausgeschlossen werden. Oder aus der Annahme heraus, dass er sich wegen dieser Gruppenzugehörigkeit daneben benehmen könnte.

Konsequenz aus mörderischen Verfolgungen - Diskriminierung ist eine Grundgesetzesverletzung

Wer Roma und Sinti grundsätzlich nicht als Gäste willkommen heißt, diskriminiert diese Bürgerinnen und Bürger. Und verstößt damit gegen eines der wichtigsten Prinzipien unserer Verfassung, verankert in Artikel 3 des Grundgesetzes als Konsequenz aus den mörderischen Verfolgungen im Dritten Reich. Das ist unsäglich.

Der Campingplatz-Verein in Bad Zwesten macht keinen Hehl daraus, dass er Roma und Sinti nicht als Gäste akzeptiert – unabhängig davon, ob die betroffenen Personen jemals negativ aufgefallen sind oder nicht.

Betreiber haben schlechte Karten vor Gericht

Das fehlende Unrechtsbewusstsein der Betreiber ist verstörend. Wenn der Fall vor Gericht kommen sollte, dürften sie schlechte Karten besitzen.

Wichtiger als eine Strafe aber wäre die Einsicht, dass Diskriminierung in unserer Gesellschaft keinen Platz haben darf. Erst wenn das klargestellt ist, kann die Diskussion darüber beginnen, wie mit unangenehmen Gästen umgegangen wird – ganz unabhängig von ihrer Herkunft. (Pitt v. Bebenburg)

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