Dannenröder Wald retten! Waldspaziergang mit Barrikadenbau.
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Gastbeitrag

Protest gegen Autobahnbau wächst

Von Friedhelm Ardelt-Theeck, Mitglied des Aktionsbündnisses unmenschliche Autobahn.

So stelle ich mir Hessens Zukunft vor: Der Protest gegen den Bau der Autobahn A 49 in Mittelhessen wird zu einer bundesweiten Bewegung gegen Autobahnbau und für eine ökologische Verkehrswende. Überall in Deutschland wird gegen den weiteren Straßenbau demonstriert.

Auch in Frankfurt wächst der Protest gegen den Bau der Autobahn A 66 mit dem Riederwaldtunnel und der zweiten Richtungsfahrbahn der A 661. Er dehnt sich auf ganz Frankfurt und die Umlandgemeinden Obertshausen, Heusenstamm, Neu-Isenburg, Oberursel, Bad Homburg und Friedrichsdorf aus und richtet sich jetzt auch gegen den geplanten Ausbau der Autobahnen A 3 und A 5 zwischen Hanau und Friedberg auf acht bis zehn Fahrstreifen. Der Protest bestimmt überall massiv den Kommunalwahlkampf.

Auch der Bundestagswahlkampf wird vom Thema Autobahnbau überlagert. Die hessische Landesregierung und vor allem die Grünen und ihr Verkehrsminister geraten immer heftiger unter Druck. Die Baumaßnahmen für die A 49 und die A 66 und A 661 lassen sich nur noch mit massiver Gewalt durchsetzen und werden schließlich vorerst ausgesetzt.

Die Grünen wollen nun alle neuen Autobahnprojekte stoppen, werden zweitstärkste Kraft im neuen Bundestag, übernehmen in der neuen Regierung das Verkehrsministerium und setzen ein Moratorium durch. Entlang der A 49 wie auch in Frankfurt soll nun mittels Mediation eine gesellschaftliche Spaltung verhindert und eine einvernehmliche, umweltverträgliche Lösung gefunden werden. So erhält Frankfurt am Main erstmals ein ökologisches Gesamtverkehrskonzept mit klaren Zielen und Vorgaben: innerhalb von zehn Jahren 50 Prozent weniger Autoverkehr, innerstädtisch nur noch Elektrofahrzeuge, Verkehrsvermeidung, stadtweit Tempo 30 als Höchstgeschwindigkeit auf Hauptverkehrsstraßen, 40 Prozent Radverkehr, ein engmaschiges Straßenbahnnetz, neue ökologische Logistiksysteme für Lieferdienste und Schwerverkehr und Verlagerung auf die Schiene. Überall in Hessen werden unter Hochdruck flächendeckend neue Schnellbusverbindungen geschaffen und alte Bahnstrecken wieder reaktiviert. Das wäre ein ökologisch ausgerichtete Politik.

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