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Polizei sucht mit Großaufgebot nach Automatensprengern

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Von: Diana Unkart

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Einsatzkräfte der Polizei untersuchen das hochmotorisierte Fluchtauto, das nach einem Unfall auf der A643 bei Mainz stand.
Einsatzkräfte der Polizei untersuchen das hochmotorisierte Fluchtauto, das nach einem Unfall auf der A643 bei Mainz stand. dpa © dpa

Kriminelle rasen nach einer erfolglosen Automatensprengung über die Autobahn 643, krachen auf der Schiersteiner Brücke gegen die Mittelleitplanke und flüchten zu Fuß.

Die Polizei in Mainz hat am Dienstag mit einem Großaufgebot nach mehreren Männern gesucht, die im Hofheimer Stadtteil Diedenbergen einen Geldautomaten gesprengt haben sollen. Auf der Flucht hatten die Kriminellen kurz nach der Schiersteiner Brücke in Höhe der Anschlussstelle Mainz-Mombach einen Unfall gebaut. Sie setzten ihre Flucht zu Fuß fort. Die Brücke wurde zunächst voll und bis in den frühen Nachmittag teilweise gesperrt. Rund um Mainz und Wiesbaden kam es zu erheblichen Verkehrsbehinderungen.

Um 3.51 Uhr hörten Anwohner:innen in Diedenbergen einen lauten Knall und beobachteten, wie mehrere Männer zu einem Audi rannten und davonrasten. In der Filiale war bereits im Jahr 2021 ein Automat gesprengt worden. Damals machten die Kriminellen Beute. Im aktuellen Fall flüchteten sie ohne Geld. Gegen 4.20 Uhr verlor der Fahrer des Audi die Kontrolle über das Auto und krachte kurz nach der Schiersteiner Brücke in die Mittelleitplanke.

Der Aufprall war nach Angaben der Mainzer Polizei so heftig, dass die Leitplanke auf die Gegenfahrbahn verschoben wurde und alle Airbags im Auto auslösten. Weitere Fahrzeuge waren nicht beteiligt. Den Insassen gelang die Flucht. Ob sie verletzt sind, ist unklar.

An der Unfallstelle führt ein Fußweg in Richtung einer Kleingartenanlage und eines Naturschutzgebietes. Mehr als 100 Polizistinnen und Polizisten suchten dort nach den Männern. Im Einsatz war auch ein Hubschrauber. Dunkelheit und Nebel hätten die Suche in dem weiträumigen Areal in den Morgenstunden jedoch erschwert, sagte ein Polizeisprecher.

Der Unfallwagen wurde vor dem Abtransport von Fachleuten des rheinland-pfälzischen Landeskriminalamts (LKA) auf Sprengstoff untersucht. Es sollte ausgeschlossen werden, dass sich noch gefährliche Substanzen im Fahrzeug befinden.

In der Bankfiliale in Diedenbergen brachten Expertinnen und Experten des LKA aus Wiesbaden Sprengstoffreste kontrolliert zur Explosion. Die Sprengtechniker:innen würden immer hinzugezogen, erläuterte eine Sprecherin. Sie untersuchten beispielsweise, ob unter den Trümmern noch Reste der Sprengpakete lägen, die nicht gezündet hätten oder manchmal von den Tätern absichtlich zurückgelassen würden. Deshalb werden die Tatorte immer weiträumig abgesperrt.

Sorge bereitet den Fachleuten, dass die Täter in den meisten Fällen mittlerweile hochgefährliche Festsprengstoffe einsetzen. Sie gefährden Menschen und Gebäude. „Nach manchen Sprengungen müssen Statiker untersuchen, ob die Gebäude einsturzgefährdet sind.“

Nach Angaben des LKA stammten die Täter häufig aus den Niederlanden und reisten nur für die Taten nach Deutschland. Anschließend flüchten sie mit hochmotorisierten Fahrzeugen. Im Falle des in Mainz verunfallten Wagens prüft die Polizei, ob er gestohlen wurde.

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