Offenbach

Corona-Hilfspaket soll Konsum beleben

  • Agnes Schönberger
    vonAgnes Schönberger
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Offenbach stellt 3,6 Millionen für Handel, Kultur, Vereine und Soziales zur Verfügung. Am meisten Geld gibt’s für eine Gutscheinaktion. Heute Sondersitzung der Stadtverordneten.

Mit einem für Offenbach bislang beispiellosen Konjunkturpaket will die Stadt dem von der Corona-Krise gebeutelten Einzelhandel, der Gastronomie, Kultur- und Sportvereinen unter die Arme greifen. 3,6 Millionen Euro stellt die Stadt etwa für Werbung (250 000 Euro), Gutscheinaktionen (1,2 Millionen Euro), eine Frühjahrstombola (800 000 Euro) und kostenloses Parken sowie Bus- und Bahnfahren an Samstagen (320 000 Euro) zur Verfügung, um Menschen auch aus dem Umland zum Einkaufen und Essen nach Offenbach zu locken. In einer Sondersitzung sollen die Stadtverordneten heute über den von Oberbürgermeister Felix Schwenke (SPD) vorgelegten Antrag abstimmen.

Ein positives Votum gilt als sicher, da das Hilfspaket mit dem Magistrat, dem Gewerbeverein „Treffpunkt Offenbach“ und dem IHK-Verein „Offenbach offensiv“ erarbeitet wurde. Die Zustimmung erleichtern dürfte auch die Ankündigung von Kämmerer Peter Freier (CDU), der gestern sagte, die Stadt könne sich die Finanzspritze für die Wirtschaft leisten, da sie in diesem Jahr zusätzlich elf Millionen Euro vom Bund zu den Unterkunftskosten für Hartz-IV-Empfänger erhalte.

Zentrales Element des Hilfspakets ist die Gutscheinaktion. Kund:innen erhalten gegen Vorlage der Kassenbons 40 Prozent ihrer Einkäufe in Form eines Gutscheins erstattet, Bedürftige sogar 50 Prozent. Maximal sind es 125 Euro. Sie können in Geschäften oder auf einer noch einzurichtenden Online-Gutscheinplattform eingelöst werden.

Die Aktion beginnt am 27. November, sofern es nicht zu noch strikteren Corona-Regeln kommt. Dann wird sie verschoben. Für die Umsetzung ist die Offenbacher Stadtmarketing GmbH verantwortlich. Auch der Einkauf auf dem Wochenmarkt wird belohnt. Es gibt eine Stempelkarte, die ab einem Wert von 50 Euro gegen einen Gutschein in gleicher Höhe eingelöst werden kann.

Die Schausteller hoffen noch auf den Weihnachtsmarkt, der schon am 10. November beginnen soll. Angesichts steigender Corona-Fallzahlen (gestern lag die 7-Tage-Inzidenz bei 205,7) ist eine Eröffnung aber fraglich. Laut Hygienekonzept des Veranstalters findet er bei einer Inzidenz über 50 nicht statt. Für den Weihnachtsmarkt sind im Konjunkturpaket 120 000 Euro eingeplant, für eine Eisbahn auf dem Aliceplatz 100 000 Euro.

Die Frühjahrstombola mit 2000 Preisen und einer spektakulären Abschlussveranstaltung soll im Anschluss an das Weihnachtsgeschäft bis März einen weiteren Kaufanreiz schaffen. Das Hilfspaket enthält auch eine soziale Komponente. Sport- und Kulturvereinen, freien Kultureinrichtungen und Beratungsstellen soll eine sogenannte Notfallunterstützung in Höhe von 350 000 Euro zugute kommen.

Damit auch Menschen mit wenig Geld Bildungsangebote wahrnehmen können, will die Stadt ein System schaffen, das insbesondere auch Kindern die Anschaffung von Sportkleidung, Noten oder Büchern ermöglicht. Dafür und für den Aufschlag auf den Einkaufsgutschein sind 380 000 Euro eingeplant.

OB Schwenke betonte unter Hinweis auf die Corona-Zahlen, das Programm könne flexibel umgesetzt werden. Die Inzidenzzahlen würden nicht bis März steigen. Vielmehr werde es auch wieder bessere Phasen geben. „Und dann können wir den Leuten guten Gewissens sagen: Kommt nach Offenbach.“

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