Bitte deaktivieren Sie Ihren Ad-Blocker

Für die Finanzierung unseres journalistischen Angebots sind wir auf die Anzeigen unserer Werbepartner angewiesen.

Klicken Sie oben rechts in Ihren Browser auf den Button Ihres Ad-Blockers und deaktivieren Sie die Werbeblockierung für FR.de. Danach lesen Sie FR.de gratis mit Werbung.

Lesen Sie wie gewohnt mit aktiviertem Ad-Blocker auf FR.de
  • Zum Start nur 0,99€ monatlich
  • Zugang zu allen Berichten und Artikeln
  • Ihr Beitrag für unabhängigen Journalismus
  • Jederzeit kündbar

Sie haben das Produkt bereits gekauft und sehen dieses Banner trotzdem? Bitte aktualisieren Sie die Seite oder loggen sich aus und wieder ein.

„Heinerliner“-Kleinbusse in Darmstadt.
+
„Heinerliner“-Kleinbusse in Darmstadt.

Hessen

ÖPNV in Hessen: Schlechte Noten für Fahrten auf Nachfrage

  • Jutta Rippegather
    VonJutta Rippegather
    schließen

Die Fahrgastlobby fordert bei On-Demand-Verkehr Nachbesserung bei Bezahlsystem und Barrierefreiheit. Das aktuelle Konzept sei inakzeptabel.

Ein vernichtendes Urteil fällt der Fahrgastverband Pro Bahn über den On-Demand-Verkehr in Hessen. In der jetzt gestarteten Form sei das Konzept der Fahrten auf Nachfrage nicht akzeptabel, so das Ergebnis einer Abstimmung bei der digitalen Mitgliederversammlung des Landesverbands. Hauptkritikpunkt an dem vom Bund mit 27 Millionen Euro geförderten Projekt ist die mangelnde Barrierefreiheit.

Die Bezahlung soll ausschließlich bargeldlos erfolgen können. „Und dies, obwohl Bargeld in Form von Euro und Cent das gesetzliche Zahlungsmittel in Deutschland ist“, so der Landesverband. Weil auch Zeitkarteninhaber:innen Zuschläge zahlen müssen, bedeutet dies, dass selbst Kinder mit Schülertickets betroffen seien.

Fahrgastverband kritisiert Komfortzuschlag für Shuttlebusse

Menschen ohne Bankkonto könnten demzufolge nach Einstellung des regulären Busverkehrs werktags ab 20 Uhr, samstags ab 14 Uhr und sonntags den öffentlichen Nahverkehr (ÖPNV) nicht mehr nutzen.

Auf Kritik stößt auch die Regelung, dass trotz Zeitkarte für jede Fahrt ein Komfortzuschlag zu zahlen ist plus ein Obulus pro gefahrenem Kilometer. „Das wird die Akzeptanz des ÖPNV nicht gerade erhöhen und ist eine Benachteiligung der Menschen in den vom RMV schlecht erschlossenen Orten beziehungsweise Ortsteilen“, urteilt der Landesverband.

Kritik an On-Demand-Verkehr: Nicht barrierefrei

Unzufrieden sind die Mitglieder auch mit den Fahrzeugen. Die seien weder barrierefrei noch an die Bussteige angepasst, eigneten sich nicht für Rollstuhlfahrer:innen oder sonst mobilitätseingeschränkte Menschen.

In den bislang ausgewählten Gebieten sei lediglich ein einziges Fahrzeug, in Frankfurt, vorgesehen, in dem ein Rollstuhl Platz hat. Kinderwagen, Rollatoren oder Fahrräder würden generell nicht transportiert, obwohl die Rufbusse auch während der Wochenenden ab Samstagmittag zum Einsatz kämen.

Keine Barzahlungen in Shuttlebussen möglich

Die Kapazitäten reichten auch nicht für größere Gruppen, etwa Familien mit Kindern, aus. Ein akzeptabler On-Demand-Verkehr muss nach Ansicht des Landesverbands barrierefrei zugänglich und mit Bargeld zu bezahlen sein.

Für Zeitkarteninhaber:innen dürfen keine Zuschläge erhoben werden. „Es ist schließlich kein Luxus, auch nach 20 Uhr oder sonntags den ÖPNV nutzen zu wollen.“ Der Transport von Koffern, Kinderwagen, Rollatoren und Fahrrädern müsse zu jeder Tageszeit möglich sein.

ÖPNV in Hessen: RMV koordiniert die Fahrten auf Nachfrage

Das vom Rhein-Main-Verkehrsverbund (RMV) koordinierte Projekt „On-Demand FrankfurtRheinMain“ ist deutschlandweit das erste, das sich über mehrere Städte und Landkreise und zehn Partner erstreckt.

Rund 1,8 Millionen Menschen wohnen im Einzugsbereich der Shuttles. Er soll öffentliche Mobilität noch flexibler und komfortabler gestalten.

On-Demand-Shuttle folgen keinem Fahrplan

Die On-Demand-Shuttles folgen keinem festen Fahrplan, sondern können gebucht werden, wenn man sie braucht. Wollen mehrere Fahrgäste in die gleiche Richtung, bündelt ein Algorithmus ihre Fahrtwünsche wie bei einer Fahrgemeinschaft.

Beteiligt sind die lokalen Nahverkehrsorganisationen und Verkehrsunternehmen der Kommunen Frankfurt, Hanau, Darmstadt, Limburg und Wiesbaden sowie der Landkreise Offenbach, Main-Taunus, Groß-Gerau, Darmstadt-Dieburg und Rheingau-Taunus.

Shuttlebusse heißen „Hopper“, „Heinerliner“, „Emil“ oder „Knut“

Vorreiter des On-Demand-Verkehrs war der „Hopper“ im Kreis Offenbach. In Darmstadt sind die „Heinerliner“-huttlebusse als Alternative zum Auto seit dem 1. April unterwegs. Am 2. August ging in Taunusstein „Emil“ an den Start. In Frankfurt ging es vor einer Woche mit dem On-Demand-Verkehr los. Er heißt „Knut“ und ist im Norden der Stadt unterwegs.

Das könnte Sie auch interessieren

Mehr zum Thema

Kommentare