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Neun-Euro-Ticket in Hessen: Mit dem Rad wird es eng

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Von: Jutta Rippegather

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Fahrräder sind sperrig. Das könnte Probleme bereiten.
Fahrräder sind sperrig. Das könnte Probleme bereiten. © dpa

Die kostenlose Fahrradmitnahme im RMV bleibt. Doch nur dort und wenn der Andrang zu groß ist, müssen sie draußen bleiben.

Der Bundesrat hat am Freitag grünes Licht für das Neun-Euro-Ticket gegeben. Am Montag, 23. Mai, beginnt der Vorverkauf beim Rhein-Main-Verkehrsverbund (RMV) und beim Nordhessischen Verkehrsverbund (NVV). Erhältlich sei das Sonderangebot an allen größeren Vertriebsstellen sowie den Automaten, wo es auf dem Startbildschirm zu finden sei, teilte der RMV am Freitag mit. Der Verkauf über die App starte am 1. Juni.

Einige Verkehrsunternehmen waren in den vergangenen Tagen schon vorgeprescht. Ohne die Entscheidung in Berlin abzuwarten, hatten sie ihre Abokundschaft schriftlich über die Modalitäten informiert. Wer ein Jahresticket, Seniorenticket oder auch Schülerticket besitzt, muss demnach nichts unternehmen. Diese Karten gelten von Juni bis August automatisch bundesweit in der 2. Klasse des Regionalverkehrs. Gleiches gilt für Jobtickets oder auch Semestertickets. Eine Erstattung erfolgt dann über das Verkehrsunternehmen, den oder die Arbeitgeber:in oder die Hochschule beziehungsweise den Asta.

„Tolles Angebot“

„Für nur neun Euro pro Monat deutschlandweit Bus und Bahn fahren ist ein tolles Angebot“, sagte RMV-Geschäftsführer Knut Ringat am Freitag in Hofheim. „Besonders freut es mich, dass unsere eine Million Stammkunden davon profitieren.“ Ein Sommer mit vollen Bussen und Bahnen sei der Beweis, wie wichtig der weitere Ausbau des Nahverkehrs ist. Fahrgeldeinnahmen alleine reichten dafür jedoch nicht aus, sagte Ringat und mahnte mehr Unterstützung durch die Politik an. „Sowohl für die Finanzierung des bestehenden Fahrtenangebots als auch für dessen Ausweitung brauchen wir die nötige Finanzierung.“

Das Angebot

Angesichts steigender Energie- und Spritpreise hat die Bundesregierung Ende März ein Entlastungspaket beschlossen. Ein Teil dessen ist das Neun-Euro-Monatsticket.

Es gilt jeweils vom ersten bis zum letzen Tag der Monate Juni, Juli, August und deutschlandweit in allen Bussen und Bahnen des Nahverkehrs – also nicht im ICE oder IC und immer in der 2. Klasse. jur

rmv.de/9-euro-ticket.de

nvv.de/9-euro-ticket.de

Zurück zur Abokundschaft: Für Jahreskarten gelten die gewohnten Mitnahmeregelungen für Personen. Auch an den Regeln zur Fahrradmitnahme ändert sich nichts. Zwischen Juni und August bleibt sie im RMV kostenlos. Wer über die Verbundgrenze hinaus reist, sollte sich vorher genau erkundigen. Denn es gelten die Regelungen der jeweiligen Region. Mitfahrer:innen benötigen dann womöglich eine eigene Fahrkarte und das Fahrrad ebenfalls. Der RMV geht davon aus, dass speziell der Verkehr zu beliebten Ausflugszielen stärker nachgefragt sein wird. Ergänzend zu den im Sommer zusätzlich angebotenen Freizeitlinien und Zusatzfahrten habe er nochmals auf zahlreichen S- und Regionalzuglinien die Platzkapazitäten ausgeweitet. Ähnlich bereitet sich der NVV vor.

Gleichwohl könnte es eng werden. Speziell am Wochenende sollte man mehr Zeit einplanen, beim Ein- und Aussteigen alle Türen benutzen und die Mitnahme von Fahrrädern zu Stoßzeiten vermeiden, so die Empfehlung. Trotz der Kapazitätsausweitungen sei in touristischen Destinationen mit Engpässen zu rechnen, insbesondere bei der Radbeförderung. Bei Hinfahrten frühmorgens und Rückfahrten am späten Abend seien die Chancen auf entspannte Platzverhältnisse größer; oder man fährt wochentags außerhalb der morgendlichen und abendlichen Stoßzeiten.

„Tolles Angebot“

Grundsätzlich gilt im Regional- und Nahverkehr die Regel, dass Fahrgäste ohne Fahrrad, mit Rollstuhl oder Kinderwagen Vorrang bei der Beförderung haben. Im Zweifelsfall – insbesondere bei Kapazitätsengpässen – entscheidet das Fahrpersonal, ob das Fahrrad mitgenommen werden darf. Das gilt vor allem für Busse, in denen es besonders schnell eng wird.

Deshalb wird dringend dazu geraten, sich vor dem Reiseantritt genau zu erkundigen, ob es auf der geplanten Route zu absehbaren Besonderheiten kommt. Die gibt es zum Beispiel auf der Schienenverbindung zwischen Frankfurt-West und Bad Vilbel. Sie ist wegen Bauarbeiten vom 9. Juli bis 4. September komplett gesperrt. Ersatzweise verkehren Busse.

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